Freienwil

Gemeindeammann über Roma-Camp: «Bewilligungsinstanz sollte die Gemeinde sein»

Die französischen Fahrenden sind Anfang Juni nach Freienwil gereist. Seither campieren sie oberhalb des Dorfes.

Die französischen Fahrenden sind Anfang Juni nach Freienwil gereist. Seither campieren sie oberhalb des Dorfes.

Die Fahrenden haben in Freienwil die Wiese eines Bauern gemietet und kündigten an, noch mehrere Wochen dort zu campieren. Dort hat die Gemeinde keine Verfügungsgewalt. Das ärgert Gemeindeammann Robert Müller.

Sie sind in Freienwil das Gesprächsthema Nummer 1: die Roma aus Frankreich, die auf der Wiese neben der Ehrendingerstrasse ein Camp errichtet haben, um unter anderem eine Hochzeit zu feiern. In einer ersten Reaktion Anfang Monat hatte Gemeindeammann Robert Müller (SVP) auf unverwechselbare Art und Weise sein Missfallen ausgedrückt.

Es sei wohl eine Frage des Weltbildes, wie man zu Fahrenden stehe. «Ich habe während meines Architekturstudiums im Fach Kunstgeschichte gelernt, dass die Menschen vor rund 5000 Jahren zwischen Euphrat und Tigris sesshaft geworden sind. Und ich bevorzuge die Sesshaftigkeit klar gegenüber dem Lebensstil der Fahrenden.»

Nach rund einer Woche hat Müller zwar sein Weltbild nicht revidiert, doch erklärt er fast schon versöhnlich: «Wenn es so weiterläuft wie in den vergangenen Tagen seit ihrer Ankunft, dann gibt es von unserer Seite nichts an der Anwesenheit der Fahrenden auszusetzen. Wichtig ist uns, dass es betreffend Hygiene und Abfall keine Beanstandungen gibt, bisher war diesbezüglich alles in Ordnung.» Aus diesem Grund habe er auch noch nie das Gespräch mit den Fahrenden gesucht.

Beschwerden von Freienwiler Einwohnern habe es bei der Gemeinde bisher keine gegeben, jedoch Hinweise betreffend arrogantes Auftreten der Roma gegenüber der Bevölkerung und viele Fragen – etwa wie lange die Fahrenden im Dorf bleiben würden, erklärt Robert Müller. «Mir wurde mitgeteilt, dass die Roma noch rund 5 Wochen hier verbringen werden.»

Die Fahrenden haben in Freienwil die Wiese eines Bauern gemietet. In der Landwirtschaftszone hat die Gemeinde keine Verfügungsgewalt. Müller bezeichnet es als unbefriedigend, dass die Gemeinde in solchen Fällen nicht die Bewilligungsinstanz ist. «Wir wurden von den Ereignissen völlig überrascht und waren ständig zum Reagieren gezwungen, statt dass wir agieren konnten.»

Die Stadtpolizei Baden schickt regelmässig Patrouillen zum Camp der Fahrenden. «Vereinzelt führten Meldungen Dritter zu polizeilichen Interventionen. Es handelte sich insbesondere um Klagen über die Parkierung von Fahrzeugen auf dem Radweg», schreibt die Polizei auf Anfrage. Als Folge davon wurden einige Fahrzeughalter wegen Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz mit einer Ordnungsbusse belegt.

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