Mellingen

Gemeinde sagt deutlich Ja zum neuen Schulhaus - und trotz Sommerhitze auch zur geplanten Heizung

So könnte das neue Primarschulhaus aussehen: Visualisierung von Felber Widmer Schweizer Architekten. (Archivbild)

So könnte das neue Primarschulhaus aussehen: Visualisierung von Felber Widmer Schweizer Architekten. (Archivbild)

Die Gemeinde kann bis 2021 ein neues Schulhaus und eine neue Heizung für das Schulareal Kleine Kreuzzelg bauen.

Es war brütend heiss in der Dreifachturnhalle der Schulanlage Kleine Kreuzzelg. Immerhin 94 von 3123 Mellinger Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern fanden am Mittwochabend trotzdem den Weg zur Gemeindeversammlung. Das entspricht einer Stimmbeteiligung von 3 Prozent. Die verteilten Wasserflaschen und die Lüftungsanlage der Turnhalle machten die Hitze etwas erträglicher. Gemeindeammann Bruno Gretener (FDP) sagte denn auch gleich zu Beginn, er wolle die Versammlung nicht unnötig in die Länge ziehen.

Das gelang nur teilweise: Während der Rechenschaftsbericht, die Jahresrechnung 2018 und auch der Kredit für ein neues Primarschulhaus in der Kleinen Kreuzzelg im Eilzugstempo und mit grosser Mehrheit abgesegnet wurden, sorgte die geplante neue Heizzentrale für deutlich mehr Diskussionsstoff. Beim Schulhausneubau sollen bis zur Gemeindeversammlung im November weitere Abklärungen getroffen werden, ob eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sinnvoll genutzt werden könnte. Im Schulhaus sollen ab dem Sommer 2021 voraussichtlich 18 Klassen unterrichtet werden. Der Kredit von 16,6 Millionen Franken für den Neubau auf der Schulanlage Kleine Kreuzzelg wurde mit deutlicher Mehrheit angenommen.

Ein Stimmbürger hatte zahlreiche Fragen zur geplanten Holzpellet-Gas-Heizung im Schulhausneubau. Er sorgte sich unter anderem um die Schüler, die die Abluft der Pelletheizung einatmen müssen. Der Gemeinderat und Schulpfleger Simon Koller konterten, die Abluftfilter seien heute so gut, dass das kein Problem darstelle.

Nach einer ausführlichen Diskussion wurde ein Rückweisungsantrag gestellt, der durch die Stimmberechtigten aber deutlich mit 63 Nein zu 19 Ja abgelehnt wurde. Somit kann die neue Heizzentrale (Kosten: 1,3 Millionen Franken) zusammen mit dem Schulhausneubau erstellt werden. Ohne Diskussion hiess die Versammlung die Teiländerung des Zonenplans an der Bruggerstrasse 47 sowie den Beitritt zum «Gemeindeverband Bevölkerungsschutz und Zivilschutz Aargau Ost» gut.

Nach einer kurzen Diskussion hat die Versammlung auch dem Kredit von 600'000 Franken für die Sanierung des Fussballplatzes auf der Sportanlage Kleine Kreuzzelg zugestimmt. Die Beschlüsse unterstehen dem fakultativen Referendum. Abschliessend betonte Gemeindeammann Bruno Gretener unter dem Traktandum «Verschiedenes» mit Nachdruck, der Gemeinderat wolle seine Differenzen beenden. Zur Erinnerung: Erst vor kurzem wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Baden das Verfahren gegen Gemeinderat Beat Gomes wegen allfälliger Amtsgeheimnisverletzung einstellt.

Am Sonntag wählen die Mellinger zudem ein neues Mitglied in den Gemeinderat, weil Giovanna Suter (FDP) per Ende Juni von ihrem Amt zurücktritt. Sie wurde am Mittwochabend würdig verabschiedet. Suter versicherte, ihr Rücktritt habe keinerlei Verbindungen mit den nachgesagten Querelen im Gemeinderat, sondern erfolge allein aus persönlichen Gründen. Ihre Nachfolgerin oder ihr Nachfolger soll bereits am kommenden Montag an der Gemeinderatssitzung teilnehmen. Dann sollen auch die Ressorts verteilt werden.

Umfahrung: Start am Gassenfest?

Bevor er die Gemeindeversammlung nach zweieinhalb hitzigen Stunden um 22 Uhr schloss, zeigte sich Bruno Gretener optimistisch, dass die Verhandlungen zur Mellinger Umfahrung im Herbst abgeschlossen werden können. Damit dürfte im kommenden Jahr der Spatenstich erfolgen. «Mein Wunsch wäre es, dass das im Rahmen des Gassenfestes im August geschieht», sagte der Gemeindeammann. Ob das gelingt, müsse man aber noch abwarten.

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