Bergdietikon

Gebiet Rai in Bergdietikon: Die Bevölkerung darf mitreden

Lange war das Gebiet Rai eine Problemzone in der Gemeinde Bergdietikon.

Lange war das Gebiet Rai eine Problemzone in der Gemeinde Bergdietikon.

Das zwischen Raistrasse und Föhretstrasse gelegene Land Rai ist in den letzten Jahrzehnten zur Problemzone der Gemeinde geworden. Nun geht es vorwärts.

Diese Woche hat der Bergdietiker Gemeinderat dem Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau die Unterlagen zur Umzonung des Gebiets Rai sowie einen Gestaltungsplan zur Vorprüfung eingereicht.

Sobald sie abgeschlossen ist, werden die Unterlagen der Bergdietiker Bevölkerung an einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Danach lädt der Gemeinderat zu einem Mitwirkungsverfahren ein, wie er gestern mitgeteilt hat.

Jahrzehntelange Vorgeschichte

Damit geht es vorwärts mit dem zwischen Raistrasse und Föhretstrasse gelegenen «Rai». Das ist auch nötig: Denn das 32 500 Quadratmeter grosse Stück Land – davon ist gut die Hälfte in Privatbesitz – beschäftigt Bergdietikon schon seit Jahrzehnten.

Die Gemeinde kaufte ihre drei Parzellen in den 1980er-Jahren, stellte aber bald fest, dass teure Spezialmassnahmen nötig sein werden, um das am Hang gelegene Land zu überbauen.

Bereits 2008 ermächtigte die Gemeindeversammlung den Gemeinderat, das Land an Implenia zu verkaufen. Das Vorhaben scheiterte, weil klar wurde, dass die Hangsicherungsmassnahmen 5 bis 7 Millionen Franken kosten würden.

Im November 2011 schliesslich gab die «Gmeind» der Exekutive die Erlaubnis, das gemeindeeigene Land zu einem reduzierten Verkaufspreis von 3,97 Millionen Franken an Implenia zu verkaufen. Auch die privaten Eigentümer zogen mit.

Änderung der Bauordnung

Unterdessen hat Implenia den Vorvertrag unterzeichnet. Das Land bleibt aber offiziell noch im Besitz der Gemeinde, bis Implenia die vereinbarten Bedingungen erfüllt hat. Dazu gehört, dass das Unternehmen einen genehmigungsfähigen Gestaltungsplan einreichen muss, wie Gemeindeschreiber Patrick Geissmann auf Anfrage sagt.

Dass nun aber gleichzeitig noch die Bau- und Nutzungsordnung teilweise angepasst werden muss, weiss man erst seit kurzem. «Wir gingen ursprünglich davon aus, dass ein Gestaltungsplan reicht», sagt Geissmann. Dem sei aber nicht so.

Denn: Bei der letzten Zonenplanrevision Ende der 1990er-Jahre wurde der grösste Teil des Areals einer «Spezialzone Rai» zugeordnet. Diese darf nur überbaut werden, wenn ein Gestaltungsplan besteht, der auf die geologischen Verhältnisse abgestimmt ist.

Für die Spezialzone sind zurzeit in der Bau- und Nutzungsordnung zwar die Voraussetzungen für Erschliessung und Bebauung definiert, nicht aber Details wie Nutzungsmass, Nutzungsarten, Abstände und Gebäudehöhen.

Nun muss aus der Spezialzone Rai eine Wohnzone werden. Und für diese neu zu schaffende Wohnzone Rai sind die notwendigen Grundmasse in der Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde und im Bauzonenplan festzulegen. Gemeinsam mit dem Gestaltungsplan werden diese Änderungen Teil des Mitwirkungsverfahrens und danach öffentlich aufgelegt.

Den Gestaltungsplan kann schliesslich der Gemeinderat absegnen, über die Teiländerung der Nutzungsplanung wird an einer Gemeindeversammlung befunden.

Damit die Teilzonenplanänderung durchgeführt werden kann, muss Implenia beweisen, dass der Hang bebaubar ist.

Dies bestätigen Messungen und geologische Gutachten. Sofern der Kanton keine andere Sichtweise einnimmt, dürfte es nun tatsächlich einen Schritt weitergehen für das «Rai», so Geissmann: «Wir sind zuversichtlich.»

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