Zwar liegt die letzte Badenfahrt bald ein Jahr zurück. Doch für die Leichtathletik-Bahn in der Badener Aue wirkt das grosse Volksfest noch lange – und vor allem auf unliebsame Weise – nach. Was ist passiert?

Während des zehntägigen Fests mit insgesamt über einer Million Festbesuchern waren bei der Sportanlage Aue die Kinderwelt und der Lunapark die grossen Attraktionen. Letzterer war bei den Festbesuchern dank Autoscooter-Bahn, Schiessständen, Achterbahnen, einer 40-Meter-Rutschbahn und einem 80 Meter hohen Kettenflieger sehr beliebt.

Zwar wurde die Anlage nach bestem Wissen und Gewissen abgedeckt und geschützt. Doch wie der Redaktion von verschiedenen Seiten zugetragen wurde, hat die rote Tartanbahn trotzdem Schaden genommen. Das zeigt sich unter anderem nach starkem Regenfall, wenn sich in einzelnen Dellen kleine Wasserpfützen bilden. «Ja, die Badenfahrt hat mit dem Lunapark an der Sportanlage Aue Spuren hinterlassen», bestätigt Kaspar Blaser, Leiter Technischer Unterhalt, Sport- und Aussenanlagen bei der Stadt Baden.

«Wobei man festhalten muss, dass das Badenfahrt-OK die grösseren Schäden, etwa auf der Rasenfläche, sofort und anstandslos behoben hat.» Das Problem bei den jetzt noch verbliebenen Mängeln, wie etwa kleine Dellen in der Sportbahn, sei, dass man diese nicht oder nur mit sehr grossem finanziellem Aufwand beheben könnte, was unverhältnismässig wäre.

Leichtathleten doppelt betroffen

Patrick Vergult, Präsident des LV Wettingen-Baden, bestätigt, dass die Tartanbahn leider Schaden genommen habe und dadurch die Wettkampftauglichkeit nicht mehr im vollen Umfang gegeben sei. «Natürlich ist das ärgerlich für uns Leichtathleten. Doch da wir lediglich Nutzniesser und nicht Eigentümer der Anlage sind, ist es nicht an uns, Forderungen zu stellen.»

Kaspar Blaser hat Verständnis für den Frust der Leichtathleten: «Wir können den Ärger des Leichtathletikvereins nachvollziehen. Die Schäden wollen wir im Zuge des nächsten Sanierungszyklus beheben.»

Ähnlich tönt es bei Reto Huber vom Badenfahrt-OK. Huber zeichnete nach 2007 und 2012 bereits zum dritten Mal für den Lunapark verantwortlich. «Auch ich kann den Frust über die ramponierte Tartanbahn verstehen, zumal die Anlage dem Leichtathletikverein auch während des Auf- und Abbaus nicht für Trainings zur Verfügung stand.»

Gleichzeitig betont Huber, habe das Badenfahrt-OK alles darangesetzt, die entstandenen Schäden sofort zu beheben. «So haben wir den Rasen sofort wieder instand gesetzt. Dabei konnte die Stadt Baden gleich auch noch eine neue Drainage in den Rasen einbauen; es hat also gar ein Mehrwert resultiert», so Huber. Auch sonst habe man die Anlage bestmöglich wieder auf Vordermann gebracht.

Wieso gerade dieser Standort?

Doch war es nicht grundsätzlich ein Fehler, den Lunapark mit den Tonnen schweren Attraktionen auf die Sportanlage zu stellen? Reto Huber muss für die Beantwortung dieser Frage etwas ausholen. «Letzten Endes war es ein strategischer Entscheid, die Kinderwelt und den Lunapark bei der Sportanlage anzusiedeln.»

Dies habe sich nicht zuletzt wegen des Festgebiets auf der Hochbrücke aufgedrängt, welche die beiden Festgebiete Innenstadt und Aue verband. «Mir war aber von Anfang an klar, dass der Standort mit Risiken verbunden ist», sagt Huber. Deshalb habe man alles darangesetzt, die Anlage beim Aufbau, während des Fests und beim Abbau so gut als möglich zu schützen. «Das hat eigentlich bis auf wenige Fälle auch ganz gut funktioniert. «Doch schon beim Aufbau haben wir bei der fast 80-jährigen Anlage Schäden entdeckt, so etwa bei den Entwässerungsrinnen», sagt Huber.

Man habe sich vorgängig intensiv informiert, wie die Bahn zu schützen sei. «Trotz Schutzabdeckungen – wohl aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Bahn – hat diese bedauerlicherweise da und dort Schaden genommen.» Huber betont, dass der Festbetrieb selbst respektive die vielen Besucher der Anlage keinen Schaden zugefügt hätten. «Gleichwohl war es richtig, im Budget genügend Rückstellungen zu machen, womit wir die verursachten Schäden sofort beheben konnten.»