Demonstrierende Nonnen: eine Vorstellung, die nicht in das landläufige Bild von Frauen in einem Kloster passt. Doch die Benediktinerinnen im Fahr liessen sich nicht von Stereotypen leiten und posierten diesen Sonntag in Reih und Glied vor der Klosterkirche. In der Hand hielt jede ein Schild auf dem in schlichter Schrift weiss auf schwarz zu lesen ist: Votes for catholic Women. Der Hashtag der Petition kursiert bereits in den sozialen Medien.

Ziel der Aktion ist, dass Ordensfrauen eine Stimme an der Synode erhalten. Papst Franziskus erliess nun eine Regel, die es auch Mitgliedern, die nicht geweihte Priester sind, erlaubt, ihre Stimme an der Bischofssynode abzugeben. Bereits zur derzeitigen Synode wurden vereinzelt einfache Ordensbrüder, das heisst Mönche ohne Priesterweihe, entsandt. Die dreiwöchige Synode wird jeweils vom Papst einberufen, um mit Bischöfen über aktuelle Themen zu beraten. Momentan wird über das Thema Jugend diskutiert.

Bisher waren Frauen nicht als stimmberechtigte Mitglieder vorgesehen. «Was ist denn der Unterschied zwischen einem Ordensbruder und einer Ordensschwester?», fragt Priorin Irene Gassmann. Um auf das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern hinzuweisen, liess sie sich mit den Ordensschwestern vor der Kirche mit den Protest-Flyern ablichten.

Durchwegs positive Rückmeldungen

Die Rückmeldungen, die die Priorin auf die Aktion erhielt, seien positiv und ermutigend gewesen. «Insbesondere, dass wir als Gemeinschaft dafür einstehen, wird als starkes Zeichen wahrgenommen und geschätzt», so die Priorin.

Es ist nicht das erste Mal, dass die 53-jährige Priorin sich für Frauen starkmacht. Vor zwei Jahren war sie im Kernteam der Gruppe, die einen «Marsch nach Rom» organisierte. Dort wollte sie mit ihren Mitstreiterinnen auf das Anliegen «Kirche mit* den Frauen» aufmerksam machen.

Frauen sollen mitentscheiden

Seither habe sich einiges getan: Das zeige sich insbesondere darin, dass auch andere Bischöfe und Organisationen die Frauenrechte thematisieren und das Anliegen unterstützen. Auch wenn bisher noch wenig Konkretes umgesetzt wurde, gibt die Priorin nicht auf.

«Für mich heisst Gleichberechtigung, dass Frauen in Beratung und Diskussionen der anstehenden Fragen einbezogen werden und auch mitentscheiden können.» Dafür setzt sie sich nun mit den Benediktinerinnen ihres Klosters ein.