Öffentlicher Verkehr

Fährt die Limmattalbahn bis ins Reusstal? Das wünscht sich Fislisbach

Ende August wurde die erste Etappe der Limmattalbahn eröffnet. Der Gemeinderat Fislisbach fordert vom Kanton zu prüfen, ob sie bis ins Reusstal weiterfährt.

Ende August wurde die erste Etappe der Limmattalbahn eröffnet. Der Gemeinderat Fislisbach fordert vom Kanton zu prüfen, ob sie bis ins Reusstal weiterfährt.

Der Gemeinderat will, dass der Kanton Aargau eine Weiterführung ab dem Bahnhof Oberstadt in Baden prüft.

In ziemlich genau zwei Jahren wird die Limmattalbahn zum ersten Mal von Zürich-Altstetten bis nach Killwangen fahren. Bekanntlich wird inzwischen bereits deren Weiterführung bis nach Baden diskutiert, ein Wunsch des Kantons, bei dem aktuell eine öffentliche Anhörung für den Richtplaneintrag läuft. Das bedeutet, dass bis 17. Januar 2020 alle Aargauerinnen und Aargauer sowie private und öffentliche Institutionen zur Anpassung des Richtplans Stellung nehmen können.

Das hat nun auch die Gemeinde Fislisbach getan: Sie hat beim Kanton die Idee platziert, eine Machbarkeitsstudie für eine mögliche Erweiterung der Limmattalbahnstrecke bis ins Reusstal durchzuführen; in Richtung Dättwil/Fislisbach und weiter zu den Entwicklungsschwerpunkten Mellingen und Mägenwil – sollte dereinst eine Bahnstrecke von Killwangen bis nach Baden realisiert werden.

Für die nächste Etappe ist eine Weiterführung über Neuenhof via Wettinger Tägerhard bis über die Hochbrücke nach Baden angedacht. «Deshalb ist es uns wichtig, dass man sich bereits in dieser
Planungsphase auch über eine allfällige Weiterführung bis ins Reusstal Gedanken macht», sagt Gemeindeammann Peter Huber.

Von Killwangen nach Baden – eine Fahrt auf der Strecke der geplanten Limmattalbahn, inklusive Haltestellen

Von Killwangen nach Baden – eine Fahrt auf der Strecke der geplanten Limmattalbahn, inklusive Haltestellen

Er will das fürs Erste einfach als Vision sehen: «Wir reden hier von einem Zeitfenster von bis zu 25 Jahren», bekräftigt er. Dabei stellt sich der Fislisbacher Gemeinderat konkret eine mögliche Verbindung mit der immer noch existierenden Nationalbahnlinie ab Bahnhof Oberstadt in Baden vor: «Da gibt es ja ein praktisch nicht mehr genutztes Trassée bis nach Mellingen, das man wiederbeleben könnte», so Huber. «Hier wäre ein effizientes Nahverkehrsmittel in Zukunft sinnvoll.»

Wie genau die Verbindung vom Schulhausplatz zum Bahnhof Oberstadt aussehen könnte, soll Teil der weiteren Planung sein – weshalb die Gemeinde ihr Anliegen in der Anhörung des Kantons deponiert hat. Auch dem Planungsverband Baden Regio, dem die 26 Gemeinden aus dem Bezirk angehören, wurde die Idee unterbreitet. Mit der Bitte, das Anliegen des Fislisbacher Gemeinderats zu unterstützen.

Geplante Überbauung würde für Mehrverkehr sorgen

Fislisbach gehört zu den Gemeinden, die eine Weiterführung der Limmattalbahn bis nach Baden unterstützen. Wie die Bevölkerung zu der nun beim Kanton platzierten Idee steht, wird sich zeigen. In Neuenhof sprach sich die Interessensgemeinschaft IG Wohnliches Neuenhof gegen die Limmattalbahn aus, unter anderem wegen des grossen Raumbedarfs.

Sie setzen aber auch ein Fragezeichen hinter die Wachstumsprognosen, die besagen, dass es im Limmattal bis 2040 rund 50 Prozent mehr Einwohner und Arbeitsplätze geben soll. Im Reusstal sind die Wachstumsprognosen geringer, aber auch beachtlich: Um 30 Prozent soll die Bevölkerung der Region bis ins Jahr 2040 zulegen. Statt rund 41000 sollen dann 53000 Leute in der Region wohnen. Dabei gehören die Gemeinden Mellingen und Mägenwil zu den Entwicklungsschwerpunkten.

«Fislisbach ist ein Verkehrsknotenpunkt in der Region», sagt Gemeindeammann Huber. Heute fahren bis zu 18000 Fahrzeuge täglich durch die Gemeinde. Der Wunsch des Gemeinderats ist aber nicht, den Verkehr ganz aus dem Dorf zu verbannen, sondern den Verkehrsfluss zu optimieren.

Bei der Eingabe beim Kanton handle es sich einfach um eine von mehreren alternativen Ideen, um die Strassen künftig zu entlasten. Im Angesicht der Umfahrung Mellingen, deren Baustart im kommenden Sommer geplant ist, und einem weiteren Agglomerationsprogramm, das im Herbst dieses Jahres gestartet ist, müsse auch die Weiterführung der Limmattalbahn ins Reusstal ab Bahnhof Oberstadt in Betracht gezogen werden – auch zur Entlastung von Fislisbach.

Punkte, die dabei ins Gewicht fallen, seien unter anderem, dass die Stadt Baden das Quartier beim Bahnhof Oberstadt sowieso weiterentwickeln möchte und auch beim Areal Galgenbuck auf Dättwiler Boden, eingangs Fislisbach, eine grosse Wohnüberbauung plant, die auf elf Hektaren Ackerland künftig Wohnraum für 1500 bis 1800 Personen und bis zu 300 Arbeitsplätze bieten soll.

Im September stimmte der Badener Stadtrat einer Revision des Entwicklungsrichtplans Galgenbuck zu. Und auch wenn es noch lange dauern wird, bis dort gebaut werden kann: «Man muss sich auch hier bereits heute weiterführende Gedanken machen», sagt Huber, würde doch diese Überbauung seiner Gemeinde weiteren Mehrverkehr bescheren.

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