Während langer Zeit trieb das Schiff der EVP Baden führungslos in der Badener Politlandschaft herum. Der einzige Sitz, der ihr seit den Wahlen im Jahr 2005 verblieben ist, hat sie allerdings wacker halten können, und dies trotz dem einen oder andern Wechsel während der Amtsperiode. Angeführt vom bisherigen Einwohnerrat Alex Meier will die EVP zurück auf die Erfolgsstrasse. Die Wahl eines neuen Vorstandes sei dazu ein erster Schritt gewesen, so Alex Meier. Derzeit sei man gut unterwegs, um eine attraktive Wahlliste mit verschiedenen Persönlichkeiten zu präsentieren. Mit neuen und jüngeren Gesichtern möchte die EVP alle Bevölkerungsschichten ansprechen können. «Wir haben uns als klare Mittepartei positioniert und waren bei Abstimmungen wiederholt das Zünglein an der Waage», so Meier. Der Vorstand möchte die christlichen Werte hochhalten, eine ausgewogene Familienpolitik wie auch die enkeltaugliche Politik der EVP Schweiz vertreten. Präsident Markus Loos ist überzeugt, dass die EVP Wähleranteile dazugewinnen könne. Darum strebe die Partei einen zweiten Sitz im Einwohnerrat an.

Einst war die EVP die stärkste Kleinpartei in Baden. Ihren grössten Erfolg verzeichnete sie im Jahr 1985, als sie zu ihren zwei Sitzen zwei zusätzliche ergatterte. In dieser erfolgreichen Zeit war sie sogar durch Werner Ebling und danach Martin Langenbach im Stadtrat vertreten. Im Jahr 1993 wurde sie auf drei Sitze zurückgebunden. Als hintereinander langjährige Kräfte im Einwohnerrat wie Dorothea Balissat, Esther Pfyl und Ursula Gut die Politbühne verliessen und die Partei auch intern vor Probleme gestellt wurde, verlor sie ab 1993 einen Sitz um den andern.