Wettingen
«Es ist fast gespenstisch, wie leise der Wagen bei einer Haltestelle fährt»

Anderthalb Jahre hat die RVBW einen Bus mit Hybridtechnik getestet. Die Erfahrungen sind so gut, dass sie die Flotte erweitert hat. Mit einer Eröffnungsfahrt von RVBW-Verwaltungsratspräsident durch Wettingen wurden die Wagen in Betrieb genommen.

Dieter Minder
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RVBW Direktor Stefan Kalt
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RVBW Direktor Stefan Kalt (in der Bustüre) stellt die neuen Fahrzeuge vor
Im Aufbau sind die Kondensatoren eingebaut
«Es ist fast gespenstisch, wie leise der Wagen bei einer Haltestelle fährt»
Hybridbus auf dem Zentrumsplatz
Mit einer Eröffnungsfahrt durch Wettingen wurden gestern die neuen Hybrid-Busse in Betrieb genommen.
Hybridbus an der Haltestelle Wettingen Zentrumsplatz
Hier weden die Passagiere sitzen
Gemeindeammann Markus Dieth begrüsst die Gäste im Namen der Aktionärsgemeinden

RVBW Direktor Stefan Kalt

Dieter Minder

Neu sind auf dem Netz der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden Wettingen AG (RVBW) vier Busse mit Hybridantrieb unterwegs. Mit einer Eröffnungsfahrt durch Wettingen wurden gestern die neuen Fahrzeuge in Betrieb genommen. Dabei sass RVBW-Verwaltungsratspräsident Walter Hugentobler am Steuer. «Es ist fast gespenstisch, wie geräuschlos der Wagen bei einer Haltestelle wegfährt», stellt er fest.

Wenn das Fahrzeug nach einem kurzen Halt wegfährt, wird es elektrisch angetrieben. Den Strom dazu bezieht es aus den Kondensatoren in dem für diese Fahrzeuge typischen Dachaufbau. Beim Hybridsystem wird die Bremsenergie in Strom umgewandelt und in den Kondensatoren gespeichert. Wenn der Bus wieder wegfährt, wird dieser Strom zum Anfahren benutzt.

Die Hybridwagen werden primär auf den Linien 3 (Baden - Wettingen Dorf) und 8 (Wettingen Bushof - Neuenhof Kirchfeld) eingesetzt. Diese Strecken weisen wenig Steigungen auf und haben viele Haltestelle. Damit steigt der Streckenanteil, auf dem der Bus dank der beim Bremsen gewonnenen Energie und somit ökologischer fährt.

Die drei neuen Busse sind nicht ganz fabrikneu. Sie waren ein Jahr bei den Churer Verkehrsbetrieben im Einsatz. Vor allem wegen der Topografie wurden dort die Einsparungswerte nicht erreicht. «Wir konnten diese drei Busse zu vorteilhaften Preisen übernehmen», sagt Hugentobler. Im Gegenzug hat MAN drei Normalbusse zurückgenommen.

Teuerer aber sparsamer

Den ersten Hybrid-Bus hat die RVBW am 14. September 2012 in Betrieb genommen. Seither hat das Fahrzeug über 101 760 km zurückgelegt. «Die Treibstoffersparnis liegt je nach Linie zwischen 20 und 25 Prozent», sagt Hugentobler. Die Betriebskosten bei beiden Fahrzeugarten seien identisch, der Mehrpreis werde durch den Minderverbrauch wettgemacht. Ein Hybridbus kostet rund 517 000 Franken oder 80 000 Franken mehr als ein Normalbus.

Der Hybridantrieb ist vor allem eine Technik, von der die Umwelt profitiert. Im innerstädtischen Betrieb verbraucht der Wagen rund 32,5 Liter im Überlandbetrieb bis 36 Liter. Im Fahrerstand unterscheidet er sich nicht von einem Normalbus. «Nur anstelle des Tourenzählers ist ein Leistungsanzeiger eingebaut», sagt Peter Sterchi, Betriebsleiter der MAN in Otelfingen.