Untersiggenthal

Einsturzgefahr: Jetzt wird die Tiefgarage verriegelt

Die Tiefgarage des Bauhalden-Quartiers in Untersiggenthal ist einsturzgefährdet

Die Tiefgarage des Bauhalden-Quartiers in Untersiggenthal ist einsturzgefährdet

Die Einsturzgefahr ist zu gross und die Sicherheit muss vorgehen: Die Gemeinde Untersiggenthal setzt sich gegen die Eigentümer vorerst durch und schliesst die Tiefgarage Bauhalde vollständig und dauerhaft.

Die Sicherheit geht vor: Unter den Scheibenwischern der Autos und bei der Einfahrt macht ein Schreiben der Gemeindeverwaltung die Benutzer der Tiefgarage im Bauhaldenquartier darauf aufmerksam: «Schliessung Tiefgarage Bauhalde ab 23. Januar, 8 Uhr».

Der Gemeinderat Untersiggenthal sehe sich gezwungen, die Tiefgarage Bauhalde für Personen und Fahrzeuge ab dem genannten Termin aus Sicherheitsgründen vollständig und dauerhaft zu schliessen, heisst es im Informationsschreiben.

Tiefgarage Untersiggenthal zugenagelt

Tiefgarage Untersiggenthal zugenagelt

Bis zum genannten Zeitpunkt müssen alle Autos aus der Tiefgarage entfernt werden. Die Regionalpolizei ist beauftragt worden, die Verfügung durchzusetzen. Damit geht ein seit über drei Jahre dauerndes Hin und Her vorläufig zu Ende.

Keine aufschiebende Wirkung

Die Wohnbau Süd AG, Besitzerin der 84-plätzigen Garage, hat zwar gegen die Schliessung beim Kanton interveniert und eine aufschiebende Wirkung der Verfügung verlangt (az 14. 12.). Doch das Departement Bau, Umwelt und Verkehr hat der Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen. «Damit ist noch kein inhaltlicher Entscheid über die Beschwerde gefällt worden», erklärt der Untersiggenthaler Gemeindeschreiber Stephan Abegg.

Doch der Kanton habe vorerst formell entschieden, dass die Verfügung nicht weiter aufgeschoben werde, weil «Gefahr für Leib und Leben» vorliege. Damit spricht Abegg auch die lange Vorgeschichte an.

Schon vor 13 Jahren hatte die Vertreterin der Stockwerkeigentümer eine Sanierung vorgeschlagen. Dies, nachdem es bei mehreren Bauhaldenblöcken einen Handwechsel gegeben hatte. Der Streit um eine Sanierung entbrannte erst recht im Jahr 2009. Damals hatte im Auftrage der Eigentümerin ein Ingenieurbüro die Tiefgarage auf ihre Statik hin geprüft. Der «Fall Gretzenbach» war noch gut in Erinnerung.

Das Resultat war erschreckend: Der Ingenieur kam zum Schluss, dass die Statik des Baus nicht mehr gewährleistet sei, weiss man bei der Gemeindeverwaltung. In einer Blitzaktion liess der Gemeinderat den über der Garage liegenden Kindergarten schliessen.

Dennoch ordnete die Eigentümerin bis heute keine Sanierung an. Alle Lösungsvorschläge hat sie bis jetzt verweigert. Bereits im Jahr 2004 musste darum eine Sanierung fallen gelassen werden, erinnert sich der Vertreter der Stockwerkeigentümer.

Im vergangenen November verfügte der Gemeinderat die Schliessung. Die Abstützung der Decke wurde zwar in der Zwischenzeit über die gesamte Länge mit Spriessen verstärkt. Das kann aber laut Gemeinderat kein Zustand bleiben. Was bei grosser Schneelast oder gar bei einem Autobrand passieren könnte, sei nicht auszudenken.

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