Ausbau

Eine zweite Tagesschule für Baden – Knackpunkt ist der Schulweg

Hier, im Badener Schulhaus Ländli, werden rund 120 Schülerinnen und Schüler an der Tagesschule unterrichtet.

Hier, im Badener Schulhaus Ländli, werden rund 120 Schülerinnen und Schüler an der Tagesschule unterrichtet.

In Rütihof ist in zwei Jahren eine Tagesschule für 40 bis 100 Kinder geplant. Auch wenn der Standort von der Infrastruktur und Umgebung als Schulort für Kinder aus allen Quartieren der Stadt ideal ist, ist der Schulweg ein kritischer Punkt.

Die Tagesschule Baden feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen (siehe Kasten am Schluss). 1999 nahm sie ihren Betrieb auf und wurde in den folgenden Jahren immer beliebter. Längst können nicht mehr alle Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden, die gerne im Ländli in die Schule gehen würden. Für die rund 20 Plätze pro Jahr gibt es jährlich rund 40 Anmeldungen. Deshalb lag es auf der Hand, dass die Stadt und die Schulverantwortlichen einen Ausbau des Angebots ins Auge fassten.

Tatsächlich: Wie die Stadt gestern mitgeteilt hat, «ist beabsichtigt, in Rütihof eine zweite Tagesschule mit Tageskindergarten – dem ersten im Kanton Aargau – aufzubauen». Der Betrieb soll frühestens auf das Schuljahr 2021/22 aufgenommen werden. 40 bis maximal 100 Kinder aus allen Quartieren der Stadt sollen die Tagesschule in Rütihof besuchen können. Weshalb ist die Zahl noch so offen formuliert? «Die künftige Schülerzahl respektive die Grösse der neuen Tagesschule genau zu definieren, ist schwierig. Unter anderem weil wir nicht wissen, wohin der Trend und somit auch die Nachfrage gehen werden», sagt Mirjam Obrist, Geschäftsleiterin der Volksschule Baden, auf Anfrage.

Der Aufbau der Schule als grosse Herausforderung

Zwar gebe es für die Tagesschule im Ländli jährlich mehr Anmeldungen als Plätze, doch daraus eine Prognose für die Zukunft abzuleiten, sei sehr schwierig. «Insbesondere der Aufbau der Schule wird sich nicht ganz einfach gestalten», so Obrist. Das Ziel sei es, sicher mit mehr als einer Klasse – pro Klasse geht man in der langfristigen Planung von durchschnittlich 20 Schülerinnen aus –  zu starten. «Das heisst konkret, dass wir nicht nur mit einer ersten Klasse, sondern auch mit höheren Klassen starten wollen und müssen.»

Das wiederum bedeutet, dass also Quereinsteiger-Kinder gesucht werden. «Ich glaube schon, dass uns das gelingen wird. Denn wie gesagt, in der Tagesschule Ländli können wir ja nicht alle Kinder aufnehmen, die zu uns kommen wollen und darunter sind nicht nur Erstklässler», sagt Mirjam Obrist.

Auffällig: Für die zweite Badener Tagesschule wurde nicht ein Standort in der Innenstadt ausgesucht. «Die Schule Rütihof bietet die ideale Infrastruktur, ausreichend Schulraum und eine geeignete Umgebung für einen zweiten Standort», ist Obrist überzeugt. Mit dem Tageskindergarten werde zudem eine Lücke im Betreuungsangebot geschlossen. Auch wenn der Standort in Rütihof von der Infrastruktur und Umgebung als Schulort für Kinder aus allen Quartieren der Stadt ideal ist, sei der Schulweg ein kritischer Punkt, räumt Obrist ein. «Die Lösung kann nur der öffentliche Verkehr – also der Bus  – sein», ist Obrist überzeugt. Und da bestehe ja bereits heute ein sehr gutes Angebot an Busverbindungen aus der Innenstadt. «Aber klar, je nach Schülerzahl sind auch andere Lösungen wie zum Beispiel ein Shuttle-Dienst oder Ähnliches denkbar.»

Tagesschule soll Betreuung aller Kinder in Rütihof übernehmen

Die Tagesschule Rütihof soll wie die Tagesschule Ländli unter der Leitung der Volksschule geführt werden. «Unterricht und Betreuung werden als Einheit verstanden. Sie bilden einen ganzheitlichen Lern- und Bildungsraum, der die Lernpotenziale der unterschiedlichen Formen von Unterricht und Betreuung sinnvoll strukturiert, miteinander verbindet und gezielt nutzt», sagt Obrist.

Anders als in Baden, wo die Betreuung von Nicht-Tagesschul-Kindern der Verein Taba und die ABB-Kinderkrippen übernehmen, wird in Rütihof die künftige Tageschule auch für die Betreuung der Kinder verantwortlich zeichnen, welche die Tagesschule nicht besuchen. «Es wäre für den Standort Rütihof nicht effizient, wenn zwei Organisationen die Betreuung der Kinder übernehmen würden», so Obrist.

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