Sanft gleiten die Finger über die Tasten, der Oberkörper ist nach vorne gebeugt und der Blick auf das Notenblatt gerichtet. Nach einer kurzen Pause zieht der Rhythmus an, die Melodie wird füllig und es baut sich eine energetische Spannung im Raum auf. An diesem Donnerstagabend begeben sich die Zuhörer in der Sebastianskapelle auf eine Zeitreise. Es geht ins 18. Jahrhundert zurück, in die Zeit von Wolfgang Amadeus Mozart. Mit historischen Instrumenten präsentiert die dreiteilige Konzertreihe «Unterwegs mit Mozart» Liebhabern der klassischen Musik eine authentische Vorführung.

Organisatorin und Pianistin Antje Maria Traub führt indes ihren Walter Hammerflügel vor. Bei diesem handelt es sich um eine Kopie von Mozarts Flügel, welcher heute in Wien im Museum zu bestaunen ist. «Hier können die Besucher hören, wie die Instrumente klingen, auf denen einst die grossen Musiker wie Mozart spielten», sagt sie.

Mozart sinnlich und intuitiv, Hadyn verspielt und frech

Mit teilweise geschlossenen Augen lauschen die Anwesenden still dem Klang der beiden alten Meister Mozart und Joseph Haydn. Letzterer war 24 Jahre älter als Mozart und wurde erst im hohen Alter berühmt. Während Haydn der ausführende Musiker und Kapellmeister war, wurde Mozart bereits im zarten Alter von sieben Jahren als Wunderkind erkannt. Trotzdem sprechen die beiden Musiker eine gemeinsame Sprache mit erkennbaren Unterschieden: Mozarts Stücke erscheinen sogleich sinnlicher und intuitiver, während Hadyns Musik meist verspielt und etwas frech wirkt.

Ein Konzert für die Instrumente

So bietet das Wechselspiel zwischen den beiden eine anregende und vielfältige Aufführung. Am Donnerstagabend wurde zudem neben dem Hammerflügel auch das Cembalo von Johann Sonnleitner vorgestellt. Beide Tasteninstrumente werden mit zwei oder vier Händen gespielt; schliesslich liebte Mozart es bereits, vierhändig zu spielen. Heute Freitag kommen noch Flöten und Violinen zum Einsatz für Duos und Bearbeitungen von den beiden Musikgrössen. «Die Konzerte sind in erster Linie den Instrumenten gewidmet», sagt Traub. Nach den Konzerten seien deshalb auch alle Interessenten willkommen, sich die Instrumente genauer anzusehen. Wer die beiden ersten Konzerte verpasst hat, kann noch morgen und am Sonntag mit den Musikern in die Zeit von Mozart zurückreisen. Gespielt werden Londoner Trios und Kammermusik mit Tasteninstrumenten.

Konzertreihe «Unterwegs mit Mozart», zweites Konzert heute Freitag, 4. September, 20 Uhr; letzte Aufführung Sonntag, 6. September, 15 Uhr, Sebastianskapelle Baden