Der 13-jährige Marco muss sich bald entscheiden: «Soll ich eine Bank-Lehre machen oder Polygraf werden? Oder doch eher die Kanti besuchen? Aber was studiere ich nachher?» So wie Marco finden sich viele Jugendlichen nur mit Mühe im Bildungsdschungel zurecht. Um sie bei ihrer Berufswahl zu unterstützen, gehen die Badener Bildungsinstitute nun in die Offensive:

Vor zwei Monaten konnten Interessierte an der ersten Berufs- und Weiterbildungsmesse in Baden Lehrlingen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und sich über Weiterbildungen informieren. Am Samstag stellen sich 25 Hochschulen aus der ganzen Schweiz an der Badener Studienmesse von «ask!» vor, den Beratungsdiensten für Ausbildung und Beruf Aargau.

«Das Angebot ist riesig», sagt Susanna Häberlin, Leiterin Information bei «ask!». «Für Jugendliche ist es schwierig, sich auf einen Beruf oder eine Studienrichtung festzulegen.» Um die Maturanden bei ihrem Entscheid zu unterstützen, organisiert «ask!» zum vierten Mal die Studienmesse in Baden.

Die Idee: viele Informationen an einem Ort bündeln. Neben Vertretern von Unis und Fachhochschulen wie ABB Technikerschule, Skyguide, Universität Genf oder Kantonspolizei Aargau werden auch Studenten vor Ort sein. An Workshops erzählen sie aus ihrem Alltag, wie sie das Studium finanzieren oder in der Berufswelt Fuss fassen.

Während sich die Studienmesse auf die Angebote der Hochschulen konzentriert, nahm die Badener Berufs- und Bildungsmesse vor zwei Monaten die berufliche Grundbildung, die höhere Berufsbildung und die Weiterbildung ins Visier. Die Besucher konnten Lehrlingen beim Fräsen zusehen, den Unterricht der BBB und die neuen Hightech-Labors der ABB-Technikerschule besuchen oder sich über die Berufs- und Karrieremöglichkeiten informieren.

Die Messe war erfolgreich und soll in Zukunft alle zwei Jahre durchgeführt werden. Organisiert wurde sie von der Stadt und dem Bildungsnetzwerk Baden. Dazu gehören «ask!» und die Bildungsinstitute, die derzeit gemeinsam über 9000 Personen in Baden aus- und weiterbilden: ABB-Technikerschule, «BBB BerufsBildungBaden», «libs» Industrielle Berufslehren Schweiz, Kanti Baden, Kantonale Schule für Berufsbildung Baden und «zB.» Zentrum Bildung.

Schüler für Technik begeistern

Der Fachkräftemangel nehme zu, das Interesse junger Menschen an technischen und industriellen Berufen nehme ab, stellt Konrad Wirthensohn, Geschäftsführer der ABB-Technikerschule, fest. «Deshalb ist es wichtig, den Nachwuchs für Technik zu begeistern.» Man wolle auch Lehrpersonen, Betreuern oder Eltern aufzeigen, welche technischen Berufe es gebe und welche Zukunftsmöglichkeiten sich damit eröffnen. «Der Fachkräftemangel wird weiterhin ein Thema bleiben, und wir wollen auch in Zukunft aktiv dazu beitragen, dass unsere Wirtschaft auf gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte bauen kann», sagt Wirthensohn.

Studienmesse 2014

Sa., 8. 11., 10–17 Uhr, Schmiedstrasse 13, Gebäude 1485 (beim Nordportal), Baden.