Oberrohrdorf

Ein kreatives Dreigespann stellt in der Zähnteschüür aus

Am Samstag wurde die Frühlingsausstellung von Sylvette Nick, Paul Racle und Jacqueline Racle-Bühler eröffnet. Es ist die erste gemeinsame Ausstellung einer Tochter mit ihrem Vater. Dieser redet aber gar nicht so gern über seine Kunst.

Das Malen macht ihm noch immer Spass. Auch mit 83 Jahren. Und auch weit mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Beginn seiner künstlerischen Karriere beeindruckt Paul Racle mit einer unermüdlichen Schaffenskraft und einer Kreativität, von der sich mancher junge Künstler eine Scheibe abschneiden könnte.

Lust, grosse Worte über sein Werk zu verlieren, hat Paul Racle an der Vernissage nicht wirklich. Was auch nicht unbedingt nötig ist. Die Bilder sprechen für sich und lassen den Betrachter in Details verweilen. Ein wenig «geruhigt» haben sie zwar, wie eine Besucherin bemerkt. Dennoch tragen sie unverkennbar Racles Handschrift. Die ineinander verschlungenen Insekten – oder auch «das Krabbelzeugs», wie der Künstler selbst sagt – erkennt man von früheren Werken. Und immer wieder schimmert eine Portion eigenwilligen Humors durch die Farbschichten.

Auch beim Betrachten der Bilder von Sylvette Nick kommt man nicht umhin, zu schmunzeln. Ihre Bilder begännen, so die Künstlerin, mit einem Satz oder gar nur einem Fragment, das sie in einem Notizbuch sammelt. Und dann immer wieder durchliest, bis sich im Kopf ein Bild dazu bildet. Es sind Sätze, die sie unterwegs aufschnappt oder die irgendwann von selbst auftauchen. Diese «kleinen Begebenheiten des Alltags», wie Nick sie nennt, werden von liebenswerten Kreaturen in Szene gesetzt. Während sie früher mehr surreal gemalt habe, sagt die Künstlerin, sei sie im Laufe der Jahre naiver, einfacher geworden – Hintergründe lässt sie unterdessen ganz weg.

Die Abwechslung reizt auch Jacqueline Racle-Bühler. Der Duktus bleibe bei all ihren Werken der gleiche, so die Tochter von Paul Racle. Bei den Motiven hingegen variiert sie sehr gerne, wobei das Figurative stets im Vordergrund steht. Inspiration holt sie sich in der Natur: Bäume und Blumen, aber auch der menschliche Körper finden sich auf ihren Ölbildern wieder.

So verschieden die Stile der drei Künstler sind: In der Zähnteschüür präsentieren sie sich als harmonisches Ganzes. Zähnteschüürkommissionsmitglied Ursula Lightowler und ihr Team haben mit der Auswahl des Künstler-Trios bewiesen, dass sie ein Händchen für gute Kunst haben.

Öffnungszeiten (bis und mit So., 14.6., 15 Uhr), Do., 4.6. 10.30–17 Uhr, Fr. 17–19 Uhr, Sa. 14–18 Uhr, So. 10.30–17 Uhr,
Klaus-Henner Russius liest «Grappa und Risotto» und «Der Müll an den Stränden» von Urs Widmer. 7. Juni, 11 Uhr.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1