Der Herbst hat schon lange begonnen, bald kommt der Winter. Manch ein Bewohner aus der Region stellt sich wohl bereits darauf ein, am östlichen Ende des Metro Shops – bei der Glaswand – wieder auf eine Ansammlung sogenannter Randständiger zu treffen.

Doch geht es nach dem Willen der Stadt und des christlichen Hilfswerks Hope soll sich die – für viele Passanten und Ladenmieter leidige – Geschichte des letzten Winters nicht mehr wiederholen.

Für die Gruppe, die sich im Sommer jeweils auf dem Bahnhofplatz bei den Bänken und am Brunnen aufhält, soll in den Wintermonaten ein Container zur Verfügung gestellt werden. Diese Woche wird der 3 mal 3 Meter grosse Container aufgestellt; nächste Woche offiziell in Betrieb genommen.

Daniela Fleischmann ist Geschäftsführerin vom Restaurant «Hope» vom christlichen Sozialwerk in Baden.

Daniela Fleischmann ist Geschäftsführerin vom Restaurant «Hope» vom christlichen Sozialwerk in Baden.

Angebot darf nicht zu attraktiv sein

«Ziel ist es, dass sich die Gruppe nicht mehr im Metro Shop aufhält», sagt Daniela Oehrli, Stadträtin und Vorsteherin Soziales. Grundsätzlich sei die Nutzung des öffentlichen Raumes allen Personen zu ermöglichen, ergänzt Hope-Geschäftsleiterin Daniela Fleischmann. «Doch die Ansammlung dieser Personen im Metro Shop hat zu vielen Konflikten geführt. Wir mussten eine Lösung finden.»

Bei der Suche nach einer geeigneten Lösung habe man auch die Meinung der betroffenen Gruppe – meist rund zehn Personen – einbezogen, sagt Oehrli. Der Grundtenor: «Wir wollen so wenig wie möglich; am liebsten eine Art Bushäuschen.»

Zusammen mit dem Hope habe die Stadt Baden mehre Möglichkeiten geprüft. So etwa den «Badewage», die Baracke des Kerzenziehens, die Fonduebeiz oder etwa den Raum unter der Treppe zum oberen Bahnhofplatz.

Doch keine der Möglichkeiten wusste zu überzeugen, weil sie entweder zu klein oder aber zu gross waren. «Der Winterunterstand darf nicht zu gross und nicht zu einladend wirken», sagt Daniela Oehrli. Denn: Das Angebot sei vor allem für Personen aus der Umgebung von Baden gedacht und solle nicht als Magnet für weitere Personen dienen.

Heizstrahler und Sitzgelegenheit

Schliesslich fiel die Wahl auf einen kleinen Container, der gleich neben dem Brunnen zu stehen kommen wird. «Dieser Ort ist sehr gut», sagt Gassenarbeiter Sandro Ardu. Einerseits sei er ein bisschen abgelegen, andererseits aber doch zentral genug. «Diese Menschen wollen zwar ihre Ruhe, gleichzeitig aber am Gesellschaftsleben teilhaben», so Ardu.

Der offene Container wird mit Heizstrahlern und einer an die Wand montierten Sitzgelegenheit ausgestattet. «Wohnzimmertemperaturen werden im Container keine herrschen», sagt Ardu. Es gehe vielmehr darum, dass diese Personen bei Minustemperaturen einen windgeschützten Ort vorfinden, der ein wenig geheizt sei.

Die Gesamtkosten für das bis im April dauernde Pilotprojekt belaufen sich auf 9100 Franken, die aus dem Ressort Soziales bezahlt werden. Darin enthalten sind unter anderem die Miete des Containers und eine Aufstockung von 10 Stellenprozenten für die aufsuchende Gassenarbeit. «Wir sind gespannt, ob der Container tatsächlich genutzt wird», sagt Fleischmann.