«Es ist nie zu spät.» Dieser Satz trifft auf einiges zu. In Spreitenbach wirbt die Musikgesellschaft mit diesem Argument für ihr neues Angebot. Ab August plant sie eine Bläserklasse für Erwachsene ab 16 Jahren. Die Musikanten können dabei zwischen zehn Instrumenten auswählen, darunter Trompete, Saxofon, Waldhorn oder auch Tuba.

Die Idee zur Bläserklasse mit Erwachsenen kam aus Gesprächen mit anderen Musikgesellschaften, sagt Mitorganisatorin Sonja Bernet: «Aus der Blasmusikszene vernahmen wir, dass es unter anderem im aargauischen Hausen und im Kanton Zürich schon solche Angebote gibt und diese gut laufen würden.»

In der Bläserklasse würden sich die Teilnehmer dann regelmässig am Mittwochabend zwei Stunden zu Proben im alten Schulhaus Spreitenbach treffen. Unterstützung erhofft sich die Musikgesellschaft von Musikstudierenden.

«Die Idee ist, dass wir regelmässig in der Gruppe üben», erklärt die 48-jährige Spreitenbacherin. «Vereinzelt sind Registerproben vorgesehen, wobei sich kleinere Gruppen mit möglichst den gleichen Instrumenten bilden, die dann im Register mit je einem Musikstudierenden proben.»

An mitwirkende Studierende wolle man durch ein Inserat in der Zürcher Hochschule der Künste gelangen: «Zudem haben wir guten Kontakt zur Bläserklasse Gryfesee, die mit Studierenden der Musikhochschule Luzern zusammenarbeitet.»

Geleitet wird die geplante Bläserklasse von Dirigent Dominic Weber, der in der Musikgesellschaft Spreitenbach Posaune spielt. Das Angebot sei jedoch losgelöst von der Gesellschaft, betont Bernet: «Die Teilnehmer der Bläserklasse sind nicht verpflichtet, der Musikgesellschaft Spreitenbach beizutreten.»

Früheres Versäumnis nachholen

Immer wieder hätten Bernet und ihre Musikantenkollegen von Erwachsenen vernommen, dass der Wunsch, ein Instrument spielen zu können, durchaus vorhanden sei. Bernet betont, dass die Idee der Bläserklasse auch darauf abziele, Versäumnisse aus früheren Jahren nachzuholen: «Wir sind der Meinung, dass es nie zu spät ist.»

Auch wolle man das Angebot so ausrichten, dass die Teilnehmer möglichst stark motiviert werden. «Viele Erwachsene finden es nicht so toll, ein Instrument im Einzelunterricht zu erlernen.»

Um bei der Bläserklasse dabei zu sein, zahlen Teilnehmer 420 Franken pro Semester, vier Semester dauert die Bläserklasse ab August. Die Noten sind im Preis inbegriffen. Hinzu kommen mindestens 180 Franken pro Semester für die Miete eines Instruments.

Mit solchen Preisen müsse man rechnen, sagt Bernet und relativiert: «Gegenüber einer Musikschule ist das Angebot eher günstig. Wir bieten aber keinen Einzelunterricht an, was natürlich ein Unterschied ist zur Musikschule.»

Nun hofft Sopransaxofonistin Bernet, die auch Klarinette spielt, dass sich mindestens 20 Teilnehmer bei der Musikgesellschaft Spreitenbach melden. Diese Anzahl Personen brauchen die Organisatoren, um die Bläserklasse für Erwachsene ab Sommer ins Leben zu rufen.