Untersiggenthal

Dreifachhalle, Mehrzweckhalle, Dorfplatz: Ja zu 32-Millionen-Projekt

343 Stimmberechtigte waren anwesend

Gut besuchte Gemeindeversammlung

343 Stimmberechtigte waren anwesend

Untersiggenthal kann sein Zentrum bauen. Bei der Gemeindeversammlung am Donnerstag erhielt das 32-Millionen-Projekt ein deutliches Ja. Und ein «Sahnehäubchen» gibt es obendrein.

Pünktlich um 19.30 Uhr konnte Gemeindeammann Marlène Koller die Sitzung eröffnen. «Wir haben schon befürchtet, es läuft bei uns heute Abend wie in Spreitenbach», sagt sie. Doch die Plätze in der alten Mehrzweckhalle reichten aus. Der Abbruch des Anlasses aufgrund zu grossen Andrangs drohte nicht. Dennoch war die Beteiligung rekordverdächtig. Von 4194 Stimmberechtigten waren 343 anwesend. Traktandum 4, das Mammutprojekt Dreifachturnhalle, Mehrzweckhalle, neuer Dorfplatz und Tiefgarage, lockte die Massen. Zu guter Letzt sagten dazu 303 Ja, 21 Nein. Koller: «Danke fürs Vertrauen. Sie haben damit die Weichen von Untersiggenthal in Richtung Zukunft gestellt.»

Vor der Abstimmung hatte sie selbst noch einmal kräftig für das Vorhaben geworben. Und unterstrichen, was unternommen worden ist, um das Projekt fest in der Bevölkerung zu verankern: drei Infoanlässe im Vorfeld der Gmeind und vor allem der Einbezug von Vereinen, Kommissionen, Schulpflege und Lehrpersonen in Zentrumskommission und Arbeitsgruppen. «Sie alle haben durch ihre praktische Erfahrung wichtige Inputs geliefert», sagt Koller.
Bauexperte Daniel Zehnder lobte vor allem die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten der geplanten Gebäude.

Die Dreifachturnhalle mit einer Raumhöhe von neun Metern biete sowohl dem Schul- wie auch dem Vereinssport die besten Bedingungen. Sogar Turniere und Wettkampfveranstaltungen seien möglich. Bis zu 1000 Menschen hätten Platz, in der Mehrzweckhalle 400. Der Entwurf des Zürcher Büros und Wettbewerbsgewinners NYX Architectes sieht einen in einer Betonwanne eingelassenen Holzbau vor. Zehnder verteidigte die Wahl für den Werkstoff Holz. «Es ist zwar teurer im Bau, aber billiger bei den Folgekosten.»

Letztlich hätten sich auch die Untersiggenthaler Ortsbürger für einen Holzbau ausgesprochen. Sie werden fünf Millionen Franken zum Projekt beisteuern und noch einmal eine halbe Million für eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. So bleiben an der Einwohnergemeinde 26,6 Mio. Franken hängen, abzüglich des kantonalen Beitrages aus dem Swisslos-Fonds. Dieser fällt aber nicht ganz so hoch aus wie gewünscht.

Die jährlichen Folgekosten in Höhe von 1,3 Millionen Franken will die Gemeinde durch Baurechtszinseinnahmen wieder reinholen. 410 000 Franken pro Jahr hat sie schon sicher. Die Pensionskasse Asga wird direkt an die neuen Hallen angrenzend auf einer Gemeindeparzelle zwei fünfstöckige Gebäude mit Wohnungen und Gewerbeflächen bauen. Auch dafür gab die Gemeindeversammlung grünes Licht. Gemeinderat Adrian Hitz würdigte Asga als «gross und gesund». Und konnte am Abend verkünden, wer das Gros der Gewerbeflächen als «Ankernutzer» mieten wird – Migros.

Auf weitere 650 000 Franken jährliche Baurechtszinsen baut die Gemeinde für ein noch grösseres Grundstück. «Der Vertrag ist zwar noch nicht in trockenen Tüchern, doch wir sind dran und hoffen, diesen dem Souverän in der Sommergmeind 2020 vorlegen zu können», so Marlène Koller.

Die finanzielle Unsicherheit gab in der Diskussion zu reden. Andere Votanten meinten, man könne das Projekt ohne Holz deutlich billiger machen. Dennoch war dann ein grosses Mehr für den Bau. Und es gab auch Zustimmung zu den 500000 Franken extra, über welche der Gemeinderat separat abstimmen liess und die Marlène Koller als «Sahnehäubchen» bezeichnete: Natursteine auf dem Dorfplatz statt schnödem Asphalt.

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