Wahl
Doris Schmid will erste Gemeindepräsidentin von Spreitenbach werden – tritt Vizeammann zum dritten Mal an?

Gemeinderätin Doris Schmid kandidiert für das Amt des Gemeindepräsidenten. Noch ist unklar, ob sie Konkurrenz erhält.

Claudia Laube
Drucken
Teilen
Doris Schmid ist seit elf Jahren Mitglied im Spreitenbacher Gemeinderat.

Doris Schmid ist seit elf Jahren Mitglied im Spreitenbacher Gemeinderat.

Britta Gut (15. Dezember 2020

Seit Juni 2020 ist Spreitenbach mit seinen 12'000 Einwohnern sozusagen führungslos. Damals trat Marcel Lang (parteilos) überraschend als Gemeindepräsident zurück, nach nur 22 Tagen im Amt. Am 28. März wählt das Dorf das neue Oberhaupt.

Mit der langjährigen Gemeinderätin Doris Schmid-Hofer (FDP) stellt sich nun die erste Kandidatin zur Wahl – sie ist damit auch die erste Frau in Spreitenbach, die sich für dieses Amt bewirbt. Ausschlaggebend für diesen Schritt sei die Reorganisation der Gemeinde, sagt Schmid. In diesem Setting könne sie sich sehr gut vorstellen, als höchste Spreitenbacherin zu wirken.

Die Gemeindeversammlung vom 15. Dezember hatte der Reorganisation zugestimmt. Neu wird sich die Gemeindepräsidentin oder der Gemeindepräsident hauptsächlich auf die strategischen Aufgaben konzentrieren und Spreitenbach nach aussen repräsentieren; sie oder er hat aber nicht mehr die Verwaltungsleitung inne. Diese Doppelbelastung hatte zum raschen Abgang von Lang geführt, der in seinem Rücktrittsschreiben den Schutz seiner Gesundheit als Grund angab.

Das Gemeindepräsidium war bisher ein Vollzeitamt. Wegen der Entlastung wurde das Pensum im entsprechenden Reglement auf 50 bis 80 Prozent reduziert. Vorerst geht der Gemeinderat von 80 Prozent aus; er will die weitere Entwicklung aber beobachten. «Die Anstellung in diesem Pensum würde mir sehr entgegenkommen», sagt Doris Schmid. Der 60-jährigen Mutter von zwei erwachsenen Kindern gehört eine Schwimmschule, deren administrative Leitung sie nicht aufgeben möchte. Sollte sich herausstellen, dass 80 Prozent zu viel sind, wäre sie auch genug flexibel, um auf 50 Prozent runterzuschrauben, erklärt sie. Bei 80 Prozent würde der Lohn maximal 160'000 Franken betragen.

Ihre Partei unterstützt Doris Schmid in ihrem Vorhaben nur zu gerne. Bereits der Vorgänger von Marcel Lang, Valentin Schmid, der dem Dorf acht Jahre lang vorstand, gehörte der FDP-Ortspartei an. Sie wird von alt Gemeindeammann und alt Grossrat Josi Bütler präsidiert. «Ich kenne Doris Schmid schon lange und weiss, was sie politisch durch ihre Arbeit als Gemeinderätin, aber auch wirtschaftlich als Unternehmerin an Erfahrung mitbringt», sagt Bütler.

Doris Schmid gehört seit elf Jahren dem Gemeinderat an und präsidiert seit 20 Jahren die Schulpflege. Sie betreut im Gemeinderat unter anderem die Ressorts Bildung, Jugend, Integration und Kultur. Für das Amt der Gemeindepräsidentin bringe sie, die seit 27 Jahren in Spreitenbach lebt, auf jeden Fall einen reich gefüllten Rucksack mit, sagt sie.

Wird Markus Mötteli ein drittes Mal antreten?

Seit dem Rücktritt von Marcel Lang leitet Vizepräsident Markus Mötteli (CVP) die Geschicke der Gemeinde – neben seiner beruflichen Tätigkeit als Verkehrsplaner. Ob sich Markus Mötteli trotz der Reorganisation noch ein drittes Mal zur Wahl stellt, hat er aber noch nicht entschieden. «Ich hatte nun über ein halbes Jahr einen guten Einblick in dieses Amt. Viele Argumente sprechen dafür, dass ich gerne weitermachen würde», erklärt er.

Wenn man aber schon zweimal unterlegen sei, überlege man sich gut, «ob es Sinn macht, noch einmal zu kandidieren». 2011 holte er im ersten Wahlgang gegen die beiden Kandidaten Valentin Schmid und Fredi Nüesch die wenigsten Stimmen. Er trat im zweiten Wahlgang gar nicht mehr an. Beim zweiten Mal, vor nicht einmal einem Jahr, verlor er äusserst klar gegen Marcel Lang. Dieser erhielt mehr als doppelt so viele Stimmen: Für Lang stimmten 969, für Mötteli 405 Personen. Bis zum 12. Februar muss sich der Vizepräsident entschieden haben, dann läuft die Anmeldefrist ab. Mit den anderen beiden Gemeinderäten Roger Mohr und Edgar Benz (beide SVP) hingegen ist nicht zu rechnen: Sie schliessen eine Kandidatur aus.

Für den freien Gemeinderatssitz, der ebenfalls noch zu besetzen ist, hat sich bisher noch niemand gemeldet.