24 Angestellte des Gasturbinen-Herstellers Ansaldo in Baden verlieren ihren Job. Im Juni erhielten die Betroffenen die schlechte Nachricht (die AZ berichtete). Weil es sich aus rechtlicher Sicht nicht um eine Massenentlassung handelt – das wäre erst ab 30 gestrichenen Stellen der Fall –, gibt es keinen Sozialplan.

Die Personalvertretung nahm jedoch Gespräche mit der Geschäftsleitung auf. Sie reichte 13 Forderungen ein, die mehrfach diskutiert wurden. «Bislang konnten zumindest zwei Betroffene intern versetzt werden. Die übrigen Forderungen wurden aber abgelehnt», teilt die Personalkommission auf Anfrage mit.

Über die Details der Forderungen geben Geschäftsleitung und Personalvertretung keine Auskunft. Jürg Schmidli, Ansaldo-Geschäftsführer, hält fest, dass gewisse Forderungen der Personalkommission erfüllt worden seien, jedoch keine betreffend zusätzlicher Entschädigungen. Laut Schmidli gibt es einen Betroffenen, für den dank der Bemühungen von Geschäftsleitung und Personalvertretung eine neue Stelle bei Ansaldo gefunden werden konnte.

Und Betroffene, die sich auf offene Stellen bewerben, würden gegenüber externen Interessenten bei gleicher Qualifikation bevorzugt behandelt. «Falls jemand die frühzeitige Pensionierung wählt, wird die Kündigungsfrist um einen Monat verlängert. Ferner bezahlt die Firma eine Überbrückungsrente bis zum Erhalt der AHV-Rente», so Schmidli.

Den Betroffenen wurden als Alternative zur Kündigung Aufhebungsverträge unterbreitet. Für einen gewissen Unmut sorgte dabei zu Beginn die aus Sicht einiger Arbeitnehmer kurze Bedenkzeit von drei Tagen. «Aufgrund der Rückmeldungen der Betroffenen und aufgrund der Forderung der Personalvertretung wurde die Frist auf Verlangen verlängert», sagt Schmidli.

Kritik an Personalvertretung

420 Angestellte werden bei Ansaldo an der Römerstrasse in Baden beschäftigt. Die Schweizer Tochter des italienischen Technologiekonzerns mit Hauptsitz in Genua siedelte sich im Februar 2016 hier an. Zuvor waren die Ansaldo-Angestellten von Alstom beschäftigt worden – genauso wie die 1200 Mitarbeiter von General Electric, die ebenfalls von einem Stellenabbau betroffen sind.

Doch im Gegensatz zu ihren ehemaligen Arbeitskollegen bei GE, die von einem Soziaplan profitieren, stehen die Betroffenen bei Ansaldo nun schlechter da. Einige kritisieren darum die Ansaldo-Personalvertretung – diese sei eher ein Sprachrohr der Geschäftsleitung, als dass sie sich mit voller Kraft für die Betroffenen einsetze. Zudem habe es die Personalvertretung versäumt, mit den Betroffenen einzeln zu reden oder eine Versammlung einzuberufen.

Die Personalvertretung erklärt auf Anfrage, sie habe über mehrere Wochen täglich, unter Beizug rechtlicher Beratung, intensive Gespräche mit der Geschäftsleitung geführt. Ausserdem habe sie jeden Mitarbeitenden, der nach Unterstützung angefragt habe, eingehend beraten. Von einer Versammlung mit allen Betroffenen habe man auf Wunsch einzelner Personen Abstand genommen.

Der Start von Ansaldo nach der Ansiedlung in Baden war verheissungsvoll: Acht Gasturbinen im Wert von zusammen 600 Millionen Franken konnten im März 2016 in den Oman verkauft werden. Ansaldo-Geschäftsführer Schmidli erklärte aber im Juni: «Seit dem Oman-Deal haben wir leider keinen grösseren Auftrag mehr erhalten. Der Gasturbinen-Markt befindet sich weltweit in der Krise, wir bleiben davon leider nicht verschont.»