Seit wenigen Tagen steht fest: Die Verkehrsprojekte des «Agglomerationsprogramms Aargau Ost» der dritten Generation werden nicht vom Bund mitfinanziert. Der Kanton und die Gemeinden hatten gehofft, dass die zahlreichen Verkehrs-Bauvorhaben, die insgesamt rund 180 Millionen Franken kosten werden, mit Bundesgeldern in Höhe von rund 60 Millionen Franken unterstützt werden. Doch der Bundesrat entschied sich dagegen. Der Bund kam in seiner Beurteilung zwar zum Schluss, dass die einzelnen Projekte wichtig seien; weil aber die Massnahmen der ersten und zweiten Generation noch zu wenig umgesetzt wurden, soll es keine Gelder geben.

Der Aargauer Regierungsrat wehrte sich bei der Vernehmlassung vergeblich. Die National- und Ständeräte des Kantons haben versichert, den Bundesratsentscheid noch kippen zu wollen – doch gemäss aktuellem Stand würden 16 Verkehrsprojekte im Bezirk Baden vom Bund nicht mitfinanziert. Es handelt sich um folgende Bauvorhaben (Quelle: Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau):

  • Baden, neue Verbindung ins Brisgi-Areal: Das Areal wird in den kommenden Jahren überbaut; erstellt werden soll eine Verbindung zur Bushaltestelle Ruschebach. Vorgesehen ist eine Brücke über das SBB-Trassee zur Anbindung des Areals an das Fussgänger und Radverkehrs-Netz und an den öffentlichen Verkehr. Kosten: 2 Mio. Franken.
  • Baden-Dättwil, Erschliessung des Galgenbucks: 2000 Einwohner und 300 Arbeitsplätze werden im Galgenbuck angesiedelt, das Areal soll an das Busverkehrsnetz angeschlossen werden. Die bestehende Haltestelle auf der Mellingerstrasse wird verschoben, eine zusätzliche Haltestelle wird am nördlichen Zugang realisiert. Zur Anbindung an die Mellingerstrasse ist eine Brücke über das SBB-Trassee notwendig. Kosten: 3 Mio. Franken.
  • Baden, Schadenmühle-Kreisel und neue Radwegbrücke: Bei der Einmündung der Burghaldestrasse ist ein Kreisel geplant, die SBB-Brücke darüber wird ersetzt. Stadt und Kanton beteiligen sich an den Kosten. Badener Grossräte forderten Anfang Jahr ein kostengünstigere Variante. Ursprünglich genannte Kosten: 20 Mio. Franken.
  • Baden-Dättwil, Kantonsstrasse: Die Strecke ist auf dem Abschnitt Sommerhalden bis zum Knoten Birmenstorfer- strasse oft überlastet. Geplant sind eine Rechtsabbiegespur in Richtung Birmenstorf sowie eine zweite Linksabbiegespur in Richtung Dättwil. Weiter sollen Rad- und Gehwege erstellt werden. Kosten: 14 Mio. Franken.
  • Ehrendingen, Radwegverbindung Höhtal-Tiefenwaag: Auf der Landstrasse fahren täglich rund 12'000 Autos. Weil zusätzlich viele Schulkinder und Pendler mit dem Velo unterwegs sind, sollen Radstreifen markiert werden. Hierfür muss die Landstrasse vom Höhtal bis zur Einmündung Dorfstrasse verbreitert werden. Kosten: 2,5 Mio. Franken.
  • Ennetbaden, Fussgängerverbindung Goldwandsteg/Winzerweg: Die Badstrasse soll mit dem Goldwandsteg und dem Winzerweg zu einer einladenden Promenade verlängert werden. Ennetbaden, Baden und Obersiggenthal werden dadurch besser vernetzt. Kosten: 2 Mio. Franken.
  • Fislisbach, Kantonsstrasse: Sie soll vom Gemeindehaus bis zum Knoten Esp siedlungsverträglicher gestaltet werden. Kosten: 6,6 Mio Franken.
  • Gebenstorf, Fussgängersteg Hölibach: Das Quartier Sandstrasse Büelweg ist durch den Einschnitt Hölibachtal vom Dorfkern abgetrennt. Kosten: 2,5 Mio. Franken.
  • Gebenstorf,Sanierung Vogelsang- und Limmatstrasse: Der Belag der beiden Strassen ist in schlechtem Zustand. Mit zahlreichen Massnahmen sollen Verkehrssicherheit, Verkehrsablauf und Siedlungsverträglichkeit erhöht werden. Kosten: 3,2 Mio. Franken.
  • Mellingen, Hauptgasse: Nach Inbetriebnahme der geplanten Umfahrung soll die Hauptgasse umgestaltet werden. Kosten: 0,7 Mio. Franken.
  • Niederrohrdorf, Sanierung Bremgartenstrasse: Massnahmen für die Verkehrssicherheit sind vorgesehen. Die Strasse für den motorisierten Verkehr wird auf sechs Meter reduziert, zugunsten eines durchgehenden Trottoirs. Zudem soll das Ortsbild aufgewertet werden. Kosten: 5 Mio. Franken.
  • Oberrohrdorf, Sanierung der Badenerstrasse: Die Strasse soll verbreitert werden, erstellt werden Trottoirs und Fussgängerschutzinseln. Zudem werden die Bushaltestellen für Gelenkbusse ausgebaut. Kosten: 4,4 Mio. Franken.
  • Oberrohrdorf: An der Kantonsstrasse im Bereich Ringstrasse machen die gefährlichen Fussgängerüberquerungen und die unbefriedigende Gestaltung des Strassenraums eine Sanierung notwendig. Kosten: 3,7 Mio. Franken.
  • Obersiggenthal, Sanierung Hertensteinstrasse: Der Belag ist in sehr schlechtem Zustand. Geplant sind auch neue Radstreifen sowie Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Kosten: 7 Mio. Franken.
  • Turgi, Sanierung der Landstrasse: Die Kantonsstrasse im Ortsteil Wil soll grundlegend erneuert werden. Geplant sind auch Radstreifen auf beiden Strassenseiten. Kosten: 8,9 Mio. Franken.
  • Würenlingen, Sanierung Endingerstrasse: Der Belag ist in schlechtem Zustand, die Sicherheit soll sich durch neue Trottoirs und Fussgängerübergänge verbessern. Kosten: 1,9 Mio. Franken.

Diese Projekte will der Bundesrat im Aargau unterstützen: