Obersiggenthal

Die Zukunft des Hallenbades liegt in den Händen des Parlaments

Der Gemeinderat will die Hallenbaddecke sanieren.

Der Gemeinderat will die Hallenbaddecke sanieren.

Wird die Decke des einsturzgefährdeten Bades in Obersiggenthal saniert – oder die Anlage für immer geschlossen?

Die zahlreichen Leserbriefe zeigen: Dass das Obersiggenthaler Hallenbad auf unbestimmte Zeit geschlossen wurde und seine Zukunft ungewiss ist, beschäftigt viele Menschen in der ganzen Region. Das beliebte Bad steht nicht mehr offen, weil die Decke einsturzgefährdet ist; eine Nutzung wäre nicht mehr verantwortbar, begründete der Gemeinderat seinen Entscheid (die AZ berichtete).

Er hat sich zum Ziel gesetzt, so schnell wie möglich zu handeln, damit das Bad in der kommenden Wintersaison wieder in Betrieb genommen werden kann, und schlug bereits Ende September vor, die Decke zu sanieren. 

Ein Untersuchungsbericht zeigte, dass sich die Kosten auf rund 1,69 Millionen Franken belaufen – doch die Abstimmung im Einwohnerrat wurde verschoben, weil die Fraktionen nicht genügend Zeit hatten, um sich mit der Vorlage zu befassen.

Heute in einer Woche wird die Abstimmung nun aber durchgeführt. Der Gemeinderat hält unverändert an seinem Vorschlag fest, die Decke soweit zu sanieren, dass die Tragkonstruktion wieder intakt sein wird. Gibt der Einwohnerrat grünes Licht, würde im Sommer zusätzlich das Vorprojekt für die ebenfalls dringend notwendige Gesamtsanierung des Hallen- und Gartenbades angegangen.

Abbruch des Bades würde Millionen kosten

Doch wie geht es mit dem Bad weiter, sollte der Einwohnerrat den Kredit nächste Woche ablehnen? Laut Gemeindeammann Dieter Martin (FDP) gäbe es zwei weitere Varianten. Erstens: Das Bad bleibt so lange geschlossen, bis ein Gesamtprojekte für den Erhalt sowohl des Hallen- als auch des Gartenbades umgesetzt wird.

Diese Variante hätte aus Sicht des Gemeinderates gegenüber dem Vorschlag, über den der Einwohnerrat nächste Woche abstimmt, aber diverse Nachteile: Es drohten der Verlust der Stammgäste und des Personals, eine sehr lange Schliessungszeit und Stillstandschäden.
Die zweite Alternative zur sofortigen Dachsanierung: Eine Schliessung des Hallen- und Gartenbades und ein anschliessender Rückbau.

Die beiden Vorteile dieser Variante wären laut eines Dokuments des Gemeinderates ein Ende der Betriebsverluste, die das Budget Obersiggenthals seit Jahren belasten, und die Rückgewinnung des Grundstücks für andere Zwecke. Die Liste der Nachteile ist aber deutlich länger: Es droht ein Image-Verlust für Obersiggenthal, ein Rückgang der Standortattraktivität und ein Leistungsabbau für die Bevölkerung.

Ausserdem müsste die Anlage abgerissen werden, was laut Schätzungen aus dem Jahr 2018 rund 2,2 Mio. Franken kosten würde. In Schwierigkeiten würde auch die Schule geraten, die für Sportlektionen auf das Bad angewiesen ist. Bei einer Schliessung des Bades müsste laut Dokument des Gemeinderates darum wohl Ersatz-Schulraum geschaffen werden.

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