Zwar verzeichnet die Velostation auf dem Südhausareal beim Bahnhof inzwischen beinahe zehn Monate Verspätung. Dafür könnte sie doch noch zu einem Prestigeprojekt der links-grünen Stadtregierung werden.

Ursprünglich wollten Stadtrat und Einwohnerrat aus Spargründen auf die beiden Container für den Service und möglichen Veloverleih und -verkauf verzichten.

Der Hauptgrund für die Verzögerung dürfte die Velofahrer freuen: Die Station soll nun doch einen Veloservice erhalten. Die städtische Abteilung Liegenschaften hat eine Ausschreibung bei den Badener Velohändlern gemacht. Sie können ein Konzept einreichen für ein Velogeschäft mit Service.

«Es gibt keinen besseren Standort für ein Velogeschäft als direkt bei der Velostation», sagt Thomas Maksymov, stellvertretender Leiter der Abteilung Liegenschaften bei der Stadt.

«Wer sein Geschäft bei der Velostation einrichten wird, bekommt von der Stadt auch den Auftrag, diese zu reinigen und sie instand zu halten», erklärt Maksymov.

«Dafür bekommt der Händler einen Lohn, der sich in etwa mit den Mietkosten deckt.» Sollte keiner der städtischen Velohändler Interesse haben, werde man den geografischen Umkreis der Ausschreibung ausweiten.

Die beiden Container für das Betreuungspersonal, die man im Sparprojekt gestrichen hatte, werden nun doch installiert. Allerdings kosten diese zusammen mit der Installation rund 60 000 Franken, womit die Baukosten von 770 000 wieder auf den ursprünglichen Betrag von rund 830 000 Franken steigen.

Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider weilt derzeit zwar in den Ferien, auf Anfrage sagt er aber: «Weil wir nun eine Mischung aus Auftrags- und Mietverhältnis schaffen, sparen wir die jährlichen Unterhaltskosten von 76 000 Franken». So sollen auch die Sparmassnahmen, die der Stadtrat im Herbst 2014 beantragt und der Einwohnerrat knapp bewilligt hatte, zumindest teilweise eingehalten werden.

Input kam von Privaten

Schneider erklärt: «Wir wurden von Privatpersonen angesprochen, die uns vorgeschlagen haben, die Station und einen Veloservice zu betreiben.» Man müsse in solchen Fällen aber eine Ausschreibung machen. Ursprünglich wäre ein Auftragsverhältnis vorgesehen gewesen, bei dem Langzeitarbeitslose des Vereins Lernwerk für Reinigung, Service und Bewachung aufgekommen wären.

Projektleiterin Sybèlle Urben von der Abteilung Planung und Bau bestätigt: «Die Station wird mit bis zu fünf Kameras sehr gut bewacht sein.» Zudem wird sie mit einem elektronischen Zutrittssystem 24 Stunden zugänglich sein, unabhängig von den Öffnungszeiten des geplanten Ladens und der Werkstatt. Die rund 230 Abstellplätze sollen Ende November bezugsbereit sein.