Baden

«Die Grünen kamen für mich nicht in Frage» – Iva Marelli will für die GLP in den Grossen Rat

Iva Marelli, Präsidentin Team Baden: «Die Werte der Grünliberalen liegen mir nahe.»

Iva Marelli, Präsidentin Team Baden: «Die Werte der Grünliberalen liegen mir nahe.»

Die Präsidentin des Team Baden erklärt, warum sie – anders als viele ihrer Parteikollegen – für die Grünliberalen in den Grossen Rat will.

Was in Coronazeiten gerne vergessen geht: Am 18.Oktober wählt der Aargau ein neues Parlament. Die Grünliberalen des Bezirks Baden haben als eine der wenigen Bezirksparteien noch vor dem Lockdown im März ihre Nominationsversammlung im Badener Amtshimmel abgehalten. Auf den Spitzenplätzen im Rennen nach Aarau stehen die bisherigen Badener Grossräte Sander Mallien und Gian von Planta. Auf Listenplatz 3 folgt die Wettinger Einwohnerrätin Manuela Ernst.

Ins Auge sticht Platz 4: Hier steht die Parteipräsidentin des Team Baden, die Juristin Iva Marelli. Auffallend ist das deshalb, weil bislang die Mitglieder des Team Baden bei kantonalen oder nationalen Wahlen durchweg für die Grünen antraten: Man denke etwa an die Nationalräte Geri Müller und Jonas Fricker oder die Ständeratskandidatin und Stadträtin Ruth Müri.

Warum kandidiert Marelli also nicht wie die meisten ihrer Team-Kollegen für die Grünen? «Wir müssen uns entscheiden, für wen wir auf kantonaler oder nationaler Ebene antreten», sagt die 34-jährige Einwohnerrätin. «Die Grünen kamen für mich nicht in Frage. Die Werte der Grünliberalen liegen mir nahe.» Das Team Baden decke ein breites politisches Spektrum von Leuten ab, die sich für eine fortschrittliche Stadtpolitik einsetzen.

«Das Liberale in der DNA»

Das hat auch mit der Geschichte der Partei zu tun: Das Team 67 spaltete sich 1967 von den Jungfreisinnigen ab und erzielte im ganzen Aargau Mandate im Grossen Rat und in den Einwohnerräten. Während die Partei im Restaargau wieder verschwand, etablierte sie sich in der Stadt Baden als Team Baden als feste Grösse. «Das Liberale liegt in der DNA des Teams», sagt Iva Marelli. Dem Vernehmen nach wurde ihre Kandidatur innerhalb der Badener GLP kontrovers diskutiert und stiess nicht nur auf Begeisterung. «Meine Mitgliedschaft bei der GLP entspricht den Statuten, das hat der Vorstand der Ortspartei geprüft und mich zur Aufnahme empfohlen», sagt Marelli.

«Dass eine gewisse Skepsis da ist bei manchen Kollegen, verstehe ich. Aber ich denke, das spielt nur am Anfang eine Rolle. Ich will mich im Grossratswahlkampf voll und ganz als Grün­liberale engagieren.» Dass sie auf Listenplatz 4 stehe, empfinde sie als grosse Verantwortung und Vertrauensvorschuss. Marelli möchte sich, falls sie gewählt wird, in Aarau für eine intelligente, überregionale Verkehrspolitik einsetzen, wie sie sagt. Eine Herzensangelegenheit sei ihr zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

«Eine super Chance für die GLP»

«Iva Marellis Kandidatur ist eine super Chance für die GLP. Sie passt mit ihrem liberalen Gedankengut und ihrer politischen Erfahrung sehr gut zu uns», sagt Christoph Meier. Der Neuenhofer Grünliberale ist Wahlkampfleiter für die Grossratswahlen im Bezirk Baden. Für den freigewordenen Listenplatz von Fiona Hostettler, die im Sommer nach Hongkong zieht, habe man eine valable Kandidatin gesucht, die bereit ist, sich im Wahlkampf zu engagieren. Fiona Hostettler sagt, sie wäre selbst sehr gerne noch einmal angetreten, habe aber eine einmalige berufliche Chance erhalten.

«Unsere Findungskommission hat zu Iva Marellis Kandidatur einstimmig Ja gesagt», betont Meier. Es habe zwar tatsächlich Vorbehalte gegeben in der Partei. Aber eine Doppelmitgliedschaft sei in der GLP explizit erlaubt und komme auch auf nationaler Ebene immer wieder vor. Das Ziel der Bezirkspartei ist, bei den Wahlen im Herbst einen dritten Sitz im Grossen Rat zu holen. «Mit dem Aufwind, den wir spüren, liegt allenfalls sogar ein vierter Sitz drin.»

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