Hohe Bauprofilstangen weisen seit Anfang Woche darauf hin: Der Badener Schadenmühleplatz wird bald einen neuen, markanten Blickfang erhalten. Vorausgesetzt das Baugesuch wird bewilligt, das jetzt öffentlich bei der Stadt aufliegt.

An der Mellingerstrasse 74, wo bis vor vier Jahren ein kleines Wohn- und Geschäftshaus aus der Zeit um 1900 stand, plant die Meier Schmocker Immobilien AG aus Wettingen zusammen mit der Dättwiler Tinoph AG von Investor Christoph Schoop ein Mehrfamilienhaus mit Wohnungen und Gewerbe. Der Entwurf für den Neubau stammt vom Badener Architekten Andreas Zehnder.

Bemerkenswert: Die Bauherrschaft ist zwar privat, die beiden zu bebauenden Grundstücke in der Ecke Mellingerstrasse/Stadtbachstrasse gehören aber dem Kanton beziehungsweise der Abteilung Tiefbau des Baudepartements sowie der Einwohnergemeinde Baden. Heisst das, Stadt und Kanton treten ihre Grundstücke im Baurecht ab?

Das ist bisher noch unklar. «Die Stadt als Landeigentümerin begrüsst eine innere Verdichtung und die Schaffung von neuen Wohn- und Gewerberäumen», sagt Monika Suter, Leiterin Planung bei der Stadt Baden, auf Nachfrage.

«Unternutzte Grundstücke in der Bauzone sollen entwickelt werden.» Die Eigentumsverhältnisse der beiden Grundstücke seien noch nicht definitiv geklärt und könnten sich noch ändern, sagt Suter. Aktuell würden verschiedene Möglichkeiten geprüft.

Der Kanton hatte das Grundstück direkt an der Kantonsstrasse gekauft und das alte Wohnhaus darauf abgebrochen, um hier Kanalisationsleitungen zu verlegen und einen Landabtausch im Zuge der Schulhausplatz-Sanierung vorzunehmen.

Auf dem Grundstück der Stadt stehen heute eine öffentliche WC-Anlage, Sitzbänke sowie der Holzschopf, in dem im Herbst jeweils die Pilzkontrolle des Pilzvereins ihr Domizil hat. Sie müssen dem Mehrfamilienhaus ebenso weichen wie ein grosser, alter Kastanienbaum.

Studios, Loggien und ein kleiner Spielplatz

17 Wohnungen sind laut Baugesuch in dem Neubau geplant – darunter 1-Zimmer, 2-Zimmer und 3-Zimmer. Drei kleine Studios, in der Ecke zur Mellingerstrasse gelegen, sollen eine Fläche von nur rund 30 Quadratmetern und eine kleine Loggia bekommen.

Die grösseren Wohnungen sind vor allem auf die Rückseite – sprich den kleinen Garten und die ruhige Stadtbachstrasse – ausgerichtet. Die Gesamtkosten werden im Baugesuch auf sieben Millionen Franken veranschlagt. Das Dach soll begrünt werden, im Untergeschoss soll eine Tiefgarage mit 17 Stellplätzen entstehen, im Garten ein kleiner Spielplatz und ein Velounterstand.

Die dem Baugesuch (es liegt noch bis zum 8. Oktober im Roten Turm auf) beigelegten Visualisierungen zeigen eine Sichtbetonfassade im Erdgeschoss und eine feingegliederte, beige Fassade in den Obergeschossen.

Die beiden Gewerbelokale im Parterre sind zum Strassenraum orientiert, wobei sich in der Vergangenheit wiederholt gezeigt hat, dass der Betrieb von Läden an der stark befahrenen Mellingerstrasse ein relativ hartes Geschäft ist.

Das Gebiet um den Schadenmühleplatz steht ohnehin vor grossen Veränderungen in den nächsten Jahren. Auf der Ostseite des Platzes gibt es Pläne, ein Hochhaus für die Stadtverwaltung zu bauen.