Wie viel kostet es den Steuerzahler und die Gemeinde, den Vorstoss eines Einwohnerrats zu beantworten? Diese Antwort wollte die FDP künftig transparent machen und ein «Preisschild» an beantwortete Interpellationen, Postulate und Motionen hängen lassen. So wie es im Grossen Rat seit 2001 gemacht wird. Das Preisschild sollte zudem die «Flut» an Vorstössen eindämmen, wie die FDP schrieb. Dies, indem es die Einwohnerräte zu einem überlegteren Umgang mit ihren politischen Instrumenten motivieren sollte. Doch die Einwohnerräte haben dem Preisschild-Vorstoss in ihrer Sitzung am Donnerstagabend eine Abfuhr erteilt. Mit 26 Ja- zu 16 Nein-Stimmen folgten sie den Anträgen des Gemeinderats, auf die Erhebung und das Aufzeigen der Kosten von Vorstössen zu verzichten und das FDP-Postulat ad acta zu legen.


FDP-Fraktionspräsident Christian Pauli betonte in der Debatte, dass die FDP enttäuscht ist von der gemeinderätlichen Antwort: «Ich glaube, wir verpassen eine grosse Chance.» Die FDP bekam für ihren Vorstoss zwar Rückendeckung von der SVP, doch letztlich zweifelten die übrigen Fraktionen CVP, SP/WettiGrüen, EVP/Forum 5430 und GLP am Nutzen solcher Preisschilder. So bestätigte Ruth Scheier (GLP), die auch Grossrätin ist, das Argument des Gemeinderats, wonach das Aufzeigen der Kosten keinen Einfluss auf die Zahl der eingereichten Vorstösse hat im Grossen Rat.

Thomas Benz (CVP) appellierte an die Eigenverantwortung der Einwohnerräte, zumal «viele und manchmal auch unsinnige Vorstösse eingereicht werden». Auch Alain Burger, Fraktionspräsident SP/WettiGrüen, argumentierte mit der Eigenverantwortung. Er sprach sich zwar für die Kostentransparenz aus. Doch er glaube nicht, dass wegen solcher Preisschilder weniger Vorstösse eingereicht würden. «Demokratie lässt sich nicht beziffern auch nicht mit einem Preisschild», sagte Burger. Die GLP-Fraktion wollte sich vorbehalten, auf die Preisschild-Idee zurückzukommen, sollte die Flut an Vorstössen nicht abnehmen in absehbarer Zeit.