Mellingen

Der Bahnhof bringt den Wohnbau-Boom

Seit dem Bau des Bahnhofs «Mellingen Heitersberg» steigt in umliegenden Gemeinden die Bautätigkeit

Seit dem Bau des Bahnhofs «Mellingen Heitersberg» steigt in umliegenden Gemeinden die Bautätigkeit

Seit dem Bau des Bahnhofs «Mellingen Heitersberg» steigt in umliegenden Gemeinden die Bautätigkeit. In Niederrohrdorf stieg der Anteil der Wohnungen um mehr als ein Drittel.

Mellingen sowie die drei Nachbargemeinden Niederrohrdorf, Stetten und Birmenstorf sind zwischen 2004 und 2014 wohnungsmässig so stark gewachsen wie keine anderen Gemeinden im Bezirk Baden. Das zeigen die neusten Zahlen von Statistik Aargau, die dem «Badener Tagblatt» vorliegen. In der Spitzenreiter-Gemeinde Niederrohrdorf stieg der Anteil der Wohnungen um mehr als ein Drittel. Warum sind es ausgerechnet diese Gemeinden und nicht etwa Ortschaften direkt neben der Zentrumsstadt Baden, die im vergangenen Jahrzehnt einen Bauboom erlebt haben? Niederrohrdorfs Gemeindeammann Gregor Naef (FDP) ist überzeugt: «Ein wichtiger Grund für das starke Wachstum ist die Realisierung der S-Bahn-Haltestelle Mellingen-Heitersberg, die im Jahr 2004 eingeweiht wurde.»

Auch Birmenstorfs Gemeindeammann Edith Saner erklärt sich den Bauboom in ihrer Gemeinde unter anderem mit der guten Verkehrserschliessung. «Dank guter Busverbindungen ist man schnell an den Bahnhöfen Baden, Brugg und Mellingen-Heitersberg und von dort schnell in Zürich oder Basel. Vor allem der neue Bahnhof in Mellingen könnte mit ein Hauptgrund für den Bauboom sein.»

Mellingen hatte zwar bereits vor 2004 einen Bahnhof, aber erst seit der Eröffnung der neuen Haltestelle eine direkte Verbindung nach Zürich. Die Hoffnungen in eine Aufwertung der Wohnlage waren bei der Eröffnung gross – und berechtigt, wie sich inzwischen zeigt. In den vergangenen zehn Jahren haben in Mellingen sowie den erwähnten Nachbargemeinden nicht nur die Anzahl Wohnungen und damit Einwohner stark zugenommen, sondern auch die Steuerkraft pro Einwohner. Auch in dieser Statistik liegen Stetten und Niederrohrdorf mit einer Zunahme um 30 Prozent auf Spitzenplätzen. In Birmenstorf (+22 Prozent) und Mellingen (+19,5 Prozent) hat der Steuerbetrag pro Kopf ebenfalls stärker zugenommen als durchschnittlich im Bezirk Baden (+16,5 Prozent). An der Spitze dieser Rangliste liegt ebenfalls eine Gemeinde nahe der neuen Haltestelle – Künten (+35,26 Prozent).

S-Bahn als Wohlstandsmotor

Die S-Bahn-Haltestelle als Motor für Wachstum und Wohlstand – dieses Phänomen liess sich bereits mehrfach beobachten. In der an den Bezirk Baden angrenzenden Zürcher Gemeinde Niederweningen beispielsweise hat sich die Anzahl der Einfamilienhäuser seit Eröffnung der S-Bahn-Linie im Jahr 1990 verdoppelt; gleichzeitig verdoppelte sich auch die Steuerkraft pro Einwohner.

«Es ist vor allem der Mittelstand, der sich hier den Traum vom Eigenheim erfüllt, oft sind es Doppelverdiener», so Gemeindepräsidentin Andrea Weber kürzlich gegenüber der «NZZ am Sonntag». Zur These, dass S-Bahnhöfe einen Wohnbau-Boom mit sich bringen, passt der Spitzenrang der Gemeinde Ehrendingen, die an Niederweningen grenzt.

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