Mellingen

Das Reussstädtchen mietet ein Stück seiner Geschichte

Das historische Stadthaus mit dem Torbogen.

Das historische Stadthaus mit dem Torbogen.

Der Mellinger Gemeinderat blitzt mit seinen finanziellen Bedenken ab: Die Stimmberechtigten sprachen sich dafür aus, die Gerichtsstube im Torhaus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

46 der 71 Stimmberechtigten votierten an der Gemeindeversammlung von Donnerstagabend dafür, dass aus der Gerichtsstube im Torhaus kein privates Studio, sondern ein öffentlicher Raum wird. Der Gemeinderat ist nun verpflichtet, darauf hinzuarbeiten, die Gerichtsstube für annähernd 1 500 Franken pro Monat zu mieten. Bloss 25 Stimmberechtigte folgten der Argumentation des Gemeinderates, dass die hohen Kosten nicht gerechtfertigt seien.

Dank des Entscheids verfügt Mellingen bald selbst über einen der geschichtsträchtigsten Räume in der Stadt. Die Gerichtsstube wurde im 16. Jahrhundert eingerichtet. Grosse Wandmalereien zieren den 58 Quadratmeter grossen Raum. Nun verstauben sie nicht länger: Bald schon sollen sie ein Bestandteil der beliebten Städtliführungen von Rainer Stöckli werden. «Der Raum haucht Geschichte aus wie kaum ein anderer», sagte Benedikt Nüssli in seinem Votum.

Er hat an der letzten Gemeindeversammlung den Überweisungsantrag gestellt, der den Gemeinderat verpflichtete, Möglichkeiten zur Realisierung eines öffentlichen Zugangs zur Gerichtsstube zu erarbeiten. Er bezeichnete die Abstimmung von Donnerstagabend als «einmalige Chance». Diese wurde nun genutzt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1