2018 ist ein besonderes Jahr für das Regionale Pflegezentrum Baden (RPB). Zum einen, weil dieses Jahr das 40-jährige Bestehen gefeiert wird. Zum anderen, weil das RPB die Umsetzung der Arealentwicklung mit grossen Schritten vorantreibt. Die sogenannte «Strategie 2015+» sieht vor, das Pflegeangebot deutlich auszuweiten. Dafür hat das RPB Anfang Jahr einen Architekturwettbewerb unter sechs Planungsteams lanciert – mit dem Ziel, ein Gesamtprojekt zu entwickeln, das sowohl Neu- als auch Bestandsbauten einbindet.

Nun präsentiert die RPB-Führung das Gewinnerprojekt: Das Team Graber Pulver Architekten aus Zürich soll das Areal an der Wettingerstrasse bis ins Jahr 2023 in ein zeitgemässes Pflegezentrum verwandeln. Kostenpunkt: 140 Millionen Franken.

Seinen drei Kernbereichen Wohnen, Pflegen und Sterben wird das RPB künftig unter anderem mit rund 300 Pflegebetten und zehn Betten in der Palliativpflege gerecht. Damit wird neben der Demenz- und Schwerstpflege auch der Bereich des Sterbens abgedeckt. Neu kommen 80 Alterswohnungen hinzu. Sie werden auf der Ostseite des Areals platziert, in einem dreiteiligen Bau, der ein öffentliches Restaurant beherbergen soll. Das denkmalgeschützte Hauptgebäude (das ehemalige Stadtspital), das 2001 erstellte Haus «Résidence» sowie das alte «Siechenhaus» in Stadtrichtung bleiben erhalten; sie werden teilweise durch Neubauten ergänzt.

«Wird Ansprüchen gerecht»

Vize-Stadtammann und RPB-Verwaltungsratspräsidentin Regula Dell’Anno (SP) zeigte sich an der Präsentation erfreut, dass mit dem Projekt, das auf den Namen «Small World» hört, dasjenige gewählt wurde, bei dem «der Mensch im Zentrum» stehe. Die gestiegenen Ansprüche und Erwartungen an die Pflege würden im «neuen» Pflegezentrum erfüllt. In die gleiche Kerbe schlug RPB-Direktor Hans Schwendeler: «Wir haben den Entwurf ausgesucht, der all unseren Bedürfnissen am besten entspricht.»

Mit «wir» bezog sich Schwendeler nicht ausschliesslich auf Dell’Anno und sich selbst. Im Auswahlprozess war eine 15-köpfige Fachjury involviert. Der Studienauftrag wurde von Jarl Olesen, Leiter Planung und Bau der Stadt Baden, betreut, der an der Präsentation von einer «sehr komplexen Aufgabe» sprach, «bei der wir uns das Leben nicht einfach gemacht haben».

Die Umsetzung habe schliesslich viele städtebauliche Anforderungen mit sich gebracht. Nicht nur müssten sich die einzelnen Gebäude optimal in die Umgebung einfügen. «Auch der Park auf dem Areal spielte eine grosse Rolle. Welche Bäume müssen bleiben, welcher Teil darf weg? Diese Fragen haben uns hitzige Diskussionen beschert», so Olesen.

Architekt Thomas Pulver vom Siegerbüro hebt die Bedeutung des Areals hervor, zu dessen Historie er und sein Team mehrere Ordner voller Material gewälzt hätten. «Die Herausforderung war, eine Fläche zu gestalten, die mit 33 000 Quadratmetern fast so gross wie die Badener Altstadt ist.» Rund 1000 Patienten, Mitarbeitende und Besucher würden künftig auf dem Areal zirkulieren. «Freiraum ist da ein ganz wichtiger Aspekt», merkt Pulver an.

2015 wurde das RPB in eine städtische Aktiengesellschaft umgewandelt (siehe Kontext). Es bestehe aber keine finanzielle Verbindung zur Stadt, sagt Hans Schwendeler: «Wir nehmen Geld autonom ein.» Die Finanzierung von 140 Mio. Franken sei komplett gesichert – durch Bankenfinanzierung, wie er erklärt. Für die nächsten Jahre sieht Schwendeler einige Herausforderungen auf das RPB zukommen. Vor Einsprachen etwa ist ein Projekt dieser Grössenordnung nie gefeit. Verläuft alles plangemäss, beginnt man 2020 mit den Bauarbeiten. «Patienten und Mitarbeiter», so Schwendeler, «werden dann vom Baulärm betroffen sein». Gemäss Fahrplan soll das neue Pflegezentrum schliesslich in Teiletappen bis 2023 eröffnet werden.

Hinweis: Das Gewinnerprojekt sowie die Entwürfe aller anderen Planerteams können noch bis zum 23. November (täglich von 10 bis 20 Uhr) im Hauptgebäude des Regionalen Pflegezentrums öffentlich eingesehen werden.