Baden
Das Fantoche beschäftigt sich mit der Zukunft

Die Jubiläumsausgabe des internationalen Animationsfilm-Festivals Fantoche (4. bis 9. September) beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema «Zukunft». Zum 10. Mal ist die Stadt Baden Gastgeberin der grössten Schweizer Trickfilmschau.

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Fantoche, das internationale Festival für Animationsfilm, prägt immer im September das Stadtbild in Baden. (Archiv/Walter Schwager)

Fantoche, das internationale Festival für Animationsfilm, prägt immer im September das Stadtbild in Baden. (Archiv/Walter Schwager)

Ein Jubiläum eigne sich besonders gut, um sich mit der Zukunft zu befassen, sagte die künstlerische Festivalleiterin Annette Schindler am Dienstag vor den Medien. Es gebe die Gelegenheit zurückzuschauen, wie sich Zukunftsvisionen im Laufe der Zeit geändert haben.

In den fünf Kurzfilm-Programmen würden tragische Schicksale, humoristische Katastrophenszenarien und leichtfüssige Utopien präsentiert, aber auch «euphorische Vor- und Aufwärts-Ideen», wird im Programm angekündigt. Gezeigt werden auch alle Publikumspreisgewinner seit dem ersten «Fantoche» im Jahr 1995.

Tschechische Trouvaillen

Einen Überblick über das Animationsfilmschaffen eines Landes mit grosser Vergangenheit bietet der Themenschwerpunkt Tschechien. In der ehemaligen Tschechoslowakei wurden schon in den 50er Jahren Massstäbe gesetzt in dieser Filmgattung, vor allem durch Puppentrickfilme.

Bis zur politischen Wende Ende der 80er Jahre befand sich das dortige Trickfilmschaffen in einer Hochblüte. Abrupt sei die Produktion dann zusammengebrochen, weil die staatlich unterstützten Studios geschlossen worden seien, sagte Schindler.

«Fantoche 2012» bringe nun vergessene Trouvaillen und verborgene Schätze in die Kinosäle, zeige aber auch aktuelle Highlights einer jungen tschechischen Animationsfilmszene, die zukunftsgerichtet sei.

Erstmals über 1000 Filme eingereicht

Noch nie wurden so viele Filme für die beiden Wettbewerbe eingereicht wie dieses Jahr, erstmals über 1000. Für den Internationalen Wettbewerb wurden 39 Beiträge ausgewählt, davon vier einheimische Werke.

In der Ausscheidung um den besten Film aus Schweizer Produktion sind 24 Werke. Bei der Auswahl der Wettbewerbsbeiträge sei wie gewohnt eine spezielle Fantoche-Handschrift erkennbar, sagte Schindler.

Das Langfilm-Programm besteht - im Gegensatz zu früheren Jahren - ausschliesslich aus aktuellen Filmen. Grund dafür sei ganz einfach das grosse Angebot in diesem Jahr.

Besonders stolz sind die Festival-Verantwortlichen darauf, das neue 3D-Werk «ParaNorman» kurz vor dem Kinostart in der Deutschschweiz bereits zeigen zu können. Chris Butler und Sam Fell, die Macher der US-Grossproduktion, werden in Baden anwesend sein.

Wie schon in den letzten Jahren sei «Fantoche» nicht mehr bloss ein Animationsfilm-Festival, sondern ein eigentliches Animations- Festival. Integriert würden nämlich auch bewegte synthetische Bilder, die Computerspiele, Handy-Applikationen und Online- Umgebungen prägten, sagte Schindler.

Wie gewohnt gebe es zahlreiche Workshops und andere Gelegenheiten zum Fachsimpeln. Zudem sei das Angebot für das junge Publikum, das seit jeher ein wichtiges Element des Festivals ist, ausgebaut worden.

Für verschiedene Alterskategorien wurden Programme zusammengestellt, neu eines für Trickfilm-Fans ab 13 Jahren. Kids und Jugendliche können aber nicht nur sehen und staunen, sondern auch selbst in Workshops Hand anlegen. (sda)

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