Baden

Das Familienzentrum Karussell betreibt Integration am Wickeltisch

Das Familienzentrum Karussell freut sich über eine hohe Besucherzahl – hier winkt die russische Spielgruppe.

Das Familienzentrum Karussell freut sich über eine hohe Besucherzahl – hier winkt die russische Spielgruppe.

22330 Menschen haben das Familienzentrum Karussell letztes Jahr besucht. Der neue Standort scheint sich zu bewähren. Neben grösseren Räumen gibt es auch neue Kurs im Angebot. Diese sollen nicht nur im Familienalltag helfen sondern auch bei der Integration.

Wickeln, Schoppen geben, spielen oder einfach nur reden – im Familienzentrum Karussell Region Baden dreht sich alles rund um Kinder und Eltern. Seit Anfang 2015 befindet sich dieses an der Haselstrasse und kann eine erfreuliche Bilanz aufweisen: 22 330 Erwachsene und Kinder haben das «Karussell» im letzten Jahr besucht. Zum Vergleich: Im Vorjahr am alten Standort, dem Kirchplatz, haben nur 7 075 Personen das Zentrum aufgesucht. Das neue Konzept und der Standort haben sich bewährt. «Wir waren total baff über die hohe Besucherzahl», sagt Kathie Wiederkehr, Betriebsleiterin des «Karussells».

Multikulturelle Drehscheibe

Neben den grösseren Räumen gehört laut Wiederkehr das professionelle und breit gefächerte Angebot des Familienzentrums zum neuen Erfolgsrezept. Ziel dabei sei es aber nicht, sich mit anderen regionalen Angeboten zu konkurrieren. «Wir arbeiten mit vielen Organisationen zusammen und versuchen, das regionale Angebot zu ergänzen», sagt Wiederkehr. So werden in den neuen zweistöckigen Räumlichkeiten viele verschiedene Kurse und Seminare angeboten, die von ausgebildeten Fachpersonen geleitet werden. «Wir legen viel Wert auf ein bedarf- und bedürfnisdeckendes Programm», erklärt Wiederkehr.

Einerseits gehe man dabei auf die Bedürfnisse der Besucher ein und andererseits werden bewusst Themen angeboten, die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz stärken. Kurse zur Elternbildung bilden dabei einen wichtigen Bestandteil. Angeboten werden auch MuKi-Turnen, Deutschunterricht für Mutter und Kleinkind, Geburtsvorbereitung sowie andere Kurse und Gruppen rund um das Thema Familie. Jedes Halbjahr gibt es zudem ein Schwerpunktthema, zu welchem Kurse und Vorträge angeboten werden. Ziel ist es, Familien aus allen Schichten und Ländern anzusprechen. Die Kurse helfen dabei nicht nur im Familienalltag, sondern bringen auch Menschen zusammen. «Menschen aus dem Ausland haben durch das Zentrum Integrationsmöglichkeiten und Freunde gefunden», sagt Wiederkehr. Eine herzliche Willkommenskultur sei deshalb ein Muss im «Karussell».

Gemeinden tragen die Kosten

Damit das Zentrum für alle Familien attraktiv bleibt, gibt es Ermässigungen für ärmere Familien. Ermöglicht werden diese durch Spenden. Zudem führt der gemeinnützige Frauenverein Baden im Keller ein Kinderbrocki, wo günstige Kinderkleider und Spielsachen verkauft werden.

Finanziert wird das Zentrum durch ein Pilotprojekt von der Stadt Baden und der Gemeinde Wettingen, wobei Erstere mit 230 000 Franken den Löwenanteil übernimmt. Auch Ennetbaden und Obersiggenthal beteiligen sich an den Finanzen des Familienzentrums. «Ziel ist es, weitere Gemeinden aus dem Bezirk Baden für die Finanzierung zu gewinnen», sagt Wiederkehr. So würden rund 20 Prozent der Besucher aus Gemeinden stammen, die sich nicht an der Finanzierung beteiligen. Ein entfernter Traum ist es, eines Tages zum fixen Angebot der Stadt Baden zu gehören.

Gegründet wurde der Trägerverein für ein Mütter- und Familienzentrum 1998. Damals wurde der Grossteil der Arbeit ehrenamtlich verrichtet. Im heutigen Familienzentrum teilen sich drei Mitarbeiterinnen die anfallenden Aufgaben, wobei die Freiwilligenarbeit noch immer ein fester Bestandteil des Betriebs ist. «Wir haben auch immer wieder einen Zivildienstleistenden, der aushilft», sagt Wiederkehr. Die Büroräumlichkeiten teilt sich das «Karussell» mit der Pro Juventute Aargau und dem gemeinnützigen Frauenverein Baden, wobei Letztere Inhaber der Liegenschaft ist.

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