Ehrendingen
Das Ehrendinger Kirchenkonzert war ganz in Männerhand

Der polnische Organist Gedymin Grubba spielte seine Stücke am Kirchenkonzert mit viel Körpereinsatz. Der Männerchor setzte auf die Stimmen. Dem Publikum wurde ein vielfältiges Programm auf ansprechendem Niveau geboten.

Matthias Steimer
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Der Männerchor unter der Leitung von Jonas Herzog überzeugt vom tiefen Bass bis zum hohen Tenor.

Der Männerchor unter der Leitung von Jonas Herzog überzeugt vom tiefen Bass bis zum hohen Tenor.

Matthias Steimer

Gedymin Grubba ist Komponist, Dirigent und Organist; jährlich spielt er hundert Konzerte auf der ganzen Welt. Am Sonntag erwies der 31-jährige Pole dem Publikum der Ehrendinger Kirchenkonzerte die Ehre. In der katholischen Kirche interpretierte er barocke Werke von Bach, Buxtehude, Bruhns und Stanley.

Er machte keinen Hehl daraus, ein routinierter Konzertpianist zu sein, der dem Publikum auch optisch etwas bieten will – er spielte mit viel Körpereinsatz.

Premiere in Ehrendingen

Zuweilen bedingten diesen die Werke selbst. Johann Sebastian Bach forderte nahezu tänzerische Beinarbeit am Pedal. Überhaupt war das Programm technisch sehr anspruchsvoll, allem voran der Orgelchoral «Trio: Allein Gott in der Höh’ sei Ehr’».

Grubba spielte sich mit beachtenswerter Präzision durch die Bachschen Partituren, wobei er durch geschickte Registrierung die Polyfonie transparent machte.

Im Verlaufe des Programms kam es laut dem Initianten Jonas Herzog zu einer Premiere bei den Ehrendinger Kirchenkonzerten: Zum ersten Mal spielte mit Grubba ein Organist auswendig, namentlich das «Concerto in G» von Bach.

Intermezzo des Männerchors

Es folgte eine stilistische Überleitung durch den Männerchor Endingen-Döttingen. Die Sänger gaben das romantische «Die Ehre Gottes aus der Natur» von Ludwig van Beethoven sowie «Signore delle cime» von Giuseppe De Marzi zum Besten.

Unter der Leitung von Jonas Herzog gelangen ihnen dynamische Interpretationen bei ausgewogenem Chorklang – vom tiefen Bass bis zum hohen Tenor konnten sich alle behaupten. Das Konzert beschloss der Organist mit Jan Janca, einem zeitgenössischen Komponisten.

Grubba spielte immer verrückter werdende Variationen über «Hilf, Herr meines Lebens», bis die Kirche ein einziger Klangcluster beschallte. Er verneigte sich vor den Zuhörerinnen und Zuhörern und bedankte sich gestikulierend abermals bei der Orgel.

Dem Publikum wurde ein vielfältiges Programm auf ansprechendem Niveau geboten.

Nächstes Ehrendinger Kirchenkonzert: 16. Juni mit Peter Vögeli (Oboe) und Judith Gander-Brem (Orgel), 17 Uhr, katholische Kirche, Ehrendingen.