Etwas Genugtuung war gestern beim Spatenstich für die Erneuerung des «Schwanen» und die geplante Neuüberbauung auf Ennetbadener Seite schon spürbar: Nach dem «Hirschen» erhalten die Kleinen Bäder – wie das Bäderquartier ennet der Limmat genannt wird – auch den «Schwanen» zurück, während man in Baden nach wie vor auf den Bäder-Neubau wartet. Doch Hans-Rudolf Wyss, der mit seiner Brugger Liegenschaften AG als Bauherr auftritt, sieht es klar: «Aus der Sicht des Bädertourismus braucht es für eine gute Entwicklung die Bäder auf beiden Seiten der Limmat», sagt er. Darum hoffe er, dass es auf der Badener Seite ebenfalls zügig vorwärtsgehe.

Spatenstich mit dem Presslufthammer: Bauherr Hansruedi Wyss (l.) und Planer Kurt Gähler

Spatenstich mit dem Presslufthammer: Bauherr Hansruedi Wyss (l.) und Planer Kurt Gähler

Symbolträchtiges Datum

Der Ennetbadener Gemeindeammann Pius Graf sprach am gestrigen 12. Januar von einem Freudentag. Am 12. Januar 1869 habe die Regierung des Kantons das Bäderdekret verabschiedet, am 12. Januar 2004 habe der Baubeginn für die Bäderumfahrung stattgefunden. «Die sollen nun auferstehen», sagte Graf und blickte hoffnungsvoll auf die Badener Seite hinüber.

Kurt Gähler, VR-Präsident des Generalunternehmens Gähler und Partner, das bis 2012 seine Büros im «Schwanen» hatte, schilderte die 17 Jahre Entwicklung dieses Projektes. Dass es nun so weit kommen konnte, habe auch an der respektvollen und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Planer beziehungsweise dem Eigentümer gelegen.

Gestartet wurde gestern die Neu-Fundamentierung der «Schwanen»-Fassade, die sich gesenkt hatte. Die eigentliche Baubewilligung für das revidierte Projekt liegt noch nicht vor, lediglich eine Abbruchbewilligung. Da keine Einsprachen vorlägen und auch der Denkmalschutz grünes Licht signalisiert habe, könne man davon ausgehen, dass nach Ostern mit den Bauarbeiten begonnen werden dürfe, sagte Wyss. Diese werden gestaffelt erfolgen. Ab Herbst 2016 werden die ersten Eigentumswohnungen bezugsbereit sein, Mitte 2017 wird der «Schwanen» wiedereröffnet.

Im Doppelinterview vor dem «Schwanen» in Ennetbaden: Bauherr Paul Wyss und Gemeindeammann Pius Graf

Im Doppelinterview vor dem «Schwanen» in Ennetbaden: Bauherr Paul Wyss und Gemeindeammann Pius Graf

Reduziertes Projekt

Der im Jahr 2013 bewilligte Bereich «Schwanen» wurde aus Kostengründen reduziert und optimiert. Der «Schwanen» wird zum Business-Appartment-Hotel mit Restaurant und 16 Einheiten, davon 6 Hotelzimmer (vorher 43) und 5 Mietwohnungen. Der «Schwanen» bleibt als Einzelbau losgelöst, was laut Wyss von der Denkmalpflege begrüsst wird. Dahinter ist in klassischer, bädernaher Architektur ein Eck-Wohnbau mit 20 Mietwohnungen geplant.

Die vier Häuser am Hang weisen unverändert 32 Eigentumswohnungen auf. Sie sichern die Finanzierung des 60-Millionen-Projekts. 30 Prozent der Nutzung bleiben «bädernah». Nebst Hotel und Restaurant gehören dazu ein Wellness-Anteil sowie ein Bad, gespeist von der mit 40 Minutenlitern bescheidenen, aber dennoch eigenen Thermalquelle.

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