Baden

Bluesfestival Baden starte virtuos und kratzig zugleich

Jon Cleary and the Absolute Monster Gentlemen sorgten für einen imposanten Auftakt des 13. Bluesfestivals Baden. Noch bis kommenden Samstag kommen alle Blues- und Jazzfans in den Genuss vieler hochkarätigen Konzerte.

«Ihr werdet merken, der Blues ist jung», sagt Susanne Slavicek, Präsidentin des Bluesfestival Baden, kurz vor Beginn des Konzerts, «diese Musik stirbt garantiert nicht aus.» Wahre Worte, wie der fulminante Auftakt des mittlerweile 13. Bluesfestivals eindrücklich beweisen wird: Unter tosendem Applaus betreten Jon Cleary und seine
Absolute Monster Gentlemen im Trafo die Bühne.

«It’s a long way from New Orleans, but we are happy to be here», freut sich Cleary, und stimmt mit seiner heiseren Stimme zum ersten Song an. Dabei geht das Quartett mit einer fast schon unheimlichen Energie zur Sache – schon nach kürzester Zeit haben die Musiker das Publikum auf ihrer Seite. Mal verträumt, dann wieder energisch, wobei der Sound zwischen Rhythm’n’Blues und Funk oszilliert: ein Groove direkt aus dem Herzen New Orleans. Stampfend, dreckig und mit einer guten Portion Soul gehen die vier Herren zu Werke, mit ihrem vollen, vibrierenden Klang bildet die Hammond-Orgel das Fundament für die mitreissenden Melodien. Verfeinert wird die Mischung durch teilweise karibisch angehauchte Rhythmen, fesselnden Drumsolos und mehrstimmigem Gesang, der für Gänsehaut-Atmosphäre sorgt. Dreh- und Angelpunkt der Musik bilden aber immer Clearys virtuose Pianopassagen, die mit einer verführerischen Leichtigkeit und immensen Spielfreude präsentiert werden. Dafür wird er nicht nur vom Publikum gefeiert, auch seine drei Mitstreiter auf der Bühne zollen dem Bandleader gebührenden Respekt.

Rhythm’n›Blues, kurz R&B – dafür steht Cleary seit nunmehr 36 Jahren. Denn bereits mit zarten Siebzehn zog es den gebürtigen Londoner Cleary nach New Orleans – verzaubert von der multikulturellen Attitüde und der musikalischen Kraft dieser legendären Stadt im Süden der USA. Und genau die Stimmung jener Stadt ist es, die der «Funk-Master» in virtuoser Art und Weise aufzugreifen und präsentieren vermag. Dabei teilte er schon mit Grössen wie B.B. King und Bonnie Raitt die Bühne und wurde im vergangenen Jahr für sein neustes Album «Go Go Juice» mit einem Grammy ausgezeichnet. Auch an diesem Abend stellen Jon Cleary und seine Absolute Monster Gentlemen unter Beweis, dass der Blues keineswegs vom Aussterben bedroht ist.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1