Kommentar

Blitzrücktritt in Spreitenbach: Vom Lichtblick zur Enttäuschung

Marcel Lang hielt es in seinem neuen Amt gerade einmal 22 Tage aus.

Marcel Lang hielt es in seinem neuen Amt gerade einmal 22 Tage aus.

Nur knapp drei Wochen lang wollte Marcel Lang als Gemeindepräsident in Spreitenbach walten, danach gab er seinen Rücktritt bekannt. Der Aufbruchstimmung ist schnell einmal Kon­sternation gewichen. Der Kommentar zum Blitzrücktritt.

Drei Wochen und ein Tag, so kurz hat es Marcel Lang in seinem Amt als Gemeindepräsident von Spreitenbach ausgehalten. Eine Amtsdauer, die im Aargau ihresgleichen sucht. Und sie wirft bei den Spreitenbachern verständlicherweise viele Fragen auf – auch wenn Marcel Lang bereits eine Antwort geliefert hat: Seine Demission sei als Schutz seiner Gesundheit zu verstehen, liess er via Gemeindenachrichten verlauten.

Lang enttäuscht mit seinem schnellen Rücktritt seine Wähler, für die er ein grosser Hoffnungsträger war. Erst seit vier Jahren war er politisch in Spreitenbach engagiert. Sein Aufstieg ging schnell: Nicht nur schätzte die Bevölkerung seine Arbeit als Gemeinderat, seine offene und zugängliche Art machte ihn auch zum idealen Kandidaten für das Gemeindepräsidentenamt. Mit einem deutlichen Resultat wurde er im Mai gewählt. Es war anzunehmen, Lang könne nach drei Jahren im Gemeinderat beurteilen, wie die Arbeit des Gemeindepräsidenten aussieht.

Der Aufbruchstimmung ist nun Kon­sternation gewichen. Marcel Lang sollte sich nicht hinter einer Meldung verstecken, sondern sich den Fragen der Bevölkerung stellen und offener kommunizieren – so wie man das von ihm gewohnt ist. Wie sagte er kurz nach seiner Wahl? «Ich möchte einen offenen Austausch mit der Bevölkerung fördern.» Das sollte er nun im Angesicht seines überraschenden Rücktritts auch tun. Das ist er den Spreitenbachern schuldig.

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