Rechtsauskunft
«Bitte kontaktieren Sie mich!» Alt-Nationalrat Luzi Stamm bietet Badener Bevölkerung «Corona-Hilfe» an

Der ehemalige SVP-Nationalrat Luzi Stamm will schnell und kostenfrei Fragen beantworten. Als Rechtsanwalt könne er der Badener Bevölkerung so seine Hilfe anbieten.

Philipp Herrgen
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Luzi Stamm wurde 1991 für die FDP in den Nationalrat gewählt.

Luzi Stamm wurde 1991 für die FDP in den Nationalrat gewählt.

Alex Spichale

«Bitte kontaktieren Sie mich!» Mit dieser Aufforderung wendet sich Alt-Nationalrat Luzi Stamm in diesen Tagen an die Badenerinnen und Badener. Das Coronavirus habe das tägliche Leben auf den Kopf gestellt, heisst es in einem Schreiben, das in alle Badener Haushalte verteilt wurde. Obwohl sich die Dinge nicht so schlimm entwickelt hätten, wie einige befürchteten, blieben dennoch Unsicherheiten zurück.

Stamm lobt die spontanen Hilfsaktionen und Solidarität der letzten Monate. Allerdings betont er auch, dass damit die Probleme der Region keineswegs gelöst seien. Es gebe auch heute noch zahlreiche Personen, die froh um Hilfe wären. Daher nun seine Aufforderung: «Falls Sie noch in irgendeiner Art und Weise Hilfe brauchen, bitte melden Sie sich bei mir!»

Er selbst wolle in zweierlei Hinsicht helfen. Zum einen fordert er Jugendliche auf, sich bei ihm zu melden, sofern sie beispielsweise bereit wären, andere Personen zu transportieren. So könne Stamm diese mit Personen in Verbindung bringen, die um eine helfende Hand dankbar wären. Andererseits könne er als Rechtsanwalt auch eine Art unentgeltliche Rechtsauskunft und Sorgentelefon anbieten. Viele Fragen zu etwa Kurzarbeit, Entlassungen, Mietverhältnissen, Lohn- oder Ferienansprüchen könne er schnell und ohne Kostenfolge beantworten. «Oft kann man schon in einem kurzen Telefongespräch einen Tipp geben, der wirksam hilft», so Stamm.

Ohnehin häufig angesprochen

Derzeit sei er zeitlich weniger ausgelastet als früher, sagte der ehemalige SVP-Nationalrat gegenüber dem BT. Zudem werde er ohnehin häufig angesprochen und um Rat gefragt. «Aber das entspricht mir auch», sagt Stamm. «So höre ich, was die Menschen bewegt.»

Bereits hätten sich rund 50 Personen bei ihm gemeldet. «Erfreulicherweise sogar mehr Leute, die Hilfe anbieten», so Stamm. Sein Angebot richtet sich zunächst an die Badener Bevölkerung, aber selbstverständlich könnten sich auch Personen von ausserhalb bei ihm melden. Dort müsse er allerdings unterscheiden: Hilfsangebote und -gesuche würden am besten regional organisiert. «Wenn es aber eine rechtliche Frage ist, gebe ich gerne rasch Auskunft.»

Luzi Stamm wurde 1991 für die FDP in den Nationalrat gewählt. Zehn Jahre später wechselte er zur SVP. Von seiner Partei wurde er bei den Nationalratswahlen 2019 nicht mehr aufgestellt. Deswegen trat er mit einer eigenen Liste an, mit der er jedoch nicht genügend Stimmen für eine erneute Wahl als Nationalrat holte.

Luzi Stamm – seine politische Karriere in Bildern:

Luzi Stamms politische Laufbahn begann 1985, als er für die FDP in den Einwohnerrat der Stadt Baden gewählt wurde. 1989 folgte die Wahl in den Grossen Rat, 1990 in den Stadtrat von Baden. Bild vom Jahr 1995.
12 Bilder
Grosser Fall für den damaligen Gerichtspräsidenten Stamm: 1989 sprach er Alfredo Lardelli des dreifachen Mordes schuldig und verurteilte ihn zu 20 Jahren Zuchthaus. Lardelli hatte 1985 in einr Wohnung in Station Siggenthal zwei Prostituierte und den Ehemann seiner Geliebten erschossen.
1991 schaffte Stamm den Sprung nach Bern. Der Übertritt zur SVP erfolgte erst zehn Jahre später. Wegen Differenzen in der Aussenpolitik.
2002: Die beiden Nationalräte Stamm (SVP) und Doris Leuthard (CVP) im Streitgespräch im Bundeshaus in Bern.
2008 wollte Stamm für die SVP einen zweiten Regierungsratssitz erobern – scheiterte jedoch.
Stamm studierte Jurisprudenz und betreibt seit 1989 seine eigene Anwaltskanzlei in Baden-Dättwil.
Stamm ist verheiratet und Vater von drei Töchtern. Im Bild: Mit seiner ältesten Tochter Stefanie im Jahr 2008.
Drogenkauf in Bern und der Besitz von einer Million Franken Falschgeld: Stamm sorgte im Wahljahr 2019 für bizarre Schlagzeilen. Fragen zu seinem Gesundheitszustand wurden laut.
Juristisch haben die Vergehen keine Folgen für Stamm: Das Strafverfahren gegen ihn wurde eingestellt.
Politisch schadete es ihm dennoch: Die SVP Aargau entschied sich, ihn für die Wahlen im Herbst nicht noch einmal aufzustellen – weil sie an seinem Gesundheitszustand zweifelte.
Stamm trat mit eigener Liste an, schaffte es jedoch nicht, genügend Stimmen auf sich zu vereinen.
Nun versucht er ein Comeback als Badener Stadtrat.

Luzi Stamms politische Laufbahn begann 1985, als er für die FDP in den Einwohnerrat der Stadt Baden gewählt wurde. 1989 folgte die Wahl in den Grossen Rat, 1990 in den Stadtrat von Baden. Bild vom Jahr 1995.

Keystone