Ennetbaden

Bis zu 1000 Franken für Hausbesitzer, die einen Baum pflanzen – ein Signal gegen die Asphaltierung

Ein Ennetbadener Einfamilienhausquartier. Möglicherweise wird es im neuen Jahr noch grüner.

Ein Ennetbadener Einfamilienhausquartier. Möglicherweise wird es im neuen Jahr noch grüner.

Ennetbaden stellt sich dem Trend zu Steingärten und Asphaltierung entgegen: Mit dem neuen Energieleitbild werden Liegenschaftseigentümer belohnt, die Bäume im Siedlungsgebiet pflanzen.

Wer einen Baum pflanzt, tut etwas Gutes für das Klima. Wer dies ab 2021 im Siedlungsgebiet von Ennetbaden tut, den wird die Gemeinde mit einem finanziellen Zustupf belohnen – unter gewissen Voraussetzungen. Möglich macht dies das neue Energieleitbild 2020.

Es löst ab dem neuen Jahr dasjenige von 2010 ab. Die dazugehörigen Fördermassnahmen wurden überarbeitet und ergänzt – eben um die Unterstützung von Baumpflanzungen. Die Gemeindeversammlung vom Donnerstag hat den dazugehörigen Kredit von jährlich 100'000 Franken gutgeheissen.

Bisher waren es jährlich 130'000 Franken. Der Gemeinderat hat den Betrag allerdings gesenkt, weil dieser in den vergangenen Jahren bei weitem nicht ausgeschöpft wurde. Zwischen 2014 und 2019 schwankten die Beträge zwischen rund 31'000 und rund 88'000 Franken. «Mit den finanziellen Beiträgen konnten zahlreiche energetische Verbesserungen bei Liegenschaften gefördert werden», unterstrich Vizeammann Jürg Braga (FDP).

Ein Novum

«Vor zehn Jahren war unsere Gemeinde sehr progressiv unterwegs mit dem Förderprogramm», blickte Gemeindeammann Pius Graf (SP) zurück. Angesichts der Förderung von Baumpflanzungen kann die Gemeinde dies nun wieder von sich behaupten. Sie ist eine der neuen Fördermassnahmen. Jürg Braga sprach von einem Novum.

Wird beispielsweise ein asphaltierter Vorplatz in eine Wiese mit Baum umgewandelt, reduziert sich der Oberflächenabfluss von Regenwasser massiv. Die fühlbare Wärme reduziert sich stark. «Die erhöhte Verdunstung von Wasser durch die Vegetation hat einen kühlenden Effekt», sagte Braga. Ideal wäre, wenn die Bürger Bäume pflanzen, die schon rund 20 Jahre alt sind und einen Durchmesser von 45 Zentimetern haben. «Sie geben mehr Wasser ab», sagte Braga. Der Vizeammann ist gespannt auf die Resonanz und fügte an: 

Wie viel Geld ein Baumpflanzer erhält, ist von einer Reihe von Faktoren abhängig. Die Gemeinde wird für die Berechnung auf ein Programm zurückgreifen. Braga geht davon aus, dass die meisten Baumpflanzer einen Betrag um 300 bis 400 Franken erhalten könnten. Möglich sei ein solcher auch für das Schaffen von Grünflächen. Die Gemeinde setzt mit der Fördermassnahme also einen Kontrapunkt zu zwei Trends: Steingärten erstellen und Vorplätze asphaltieren. «Wir möchten ein Signal setzen», unterstrich Pius Graf. «Wir unterstützen die Aufforstung, auch wenn es keine riesigen Beträge sind.»

Gemeinde orientiert sich an 2000-Watt-Gesellschaft

Das Energieleitbild ist ein wichtiger Pfeiler für das Label Energiestadt. Ziel sei ein nachhaltiger Umgang mit den Energieträgern und die Förderung von erneuerbaren Energien, wie im Leitbild festgehalten ist. «Die Gemeinde Ennetbaden orientiert sich am Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft und will ihren CO2-Ausstoss bis spätestens 2050 auf netto null reduzieren.»

Das Leitbild sei ein Bekenntnis, «im wirtschaftlich und politisch tragbaren Rahmen eine Entwicklung in Richtung einer zukunftsträchtigen Energieversorgung und Nutzung, welche langfristig ohne fossile Energien auskommt, zu fördern». Die Gemeinde will weiterhin eine Vorbildfunktion bei kommunalen Bauten, Anlagen sowie deren Bewirtschaftung und Unterhalt ausüben. Bereits die Gmeind vom Juni 1997 hatte ein «Versorgungskonzept» angenommen mit diversen Förderaktionen für die Nutzung von alternativen Energien.

In den letzten zehn Jahren wurden Beiträge ausgeschüttet für die Sanierung von Gebäudehüllen, Neubauten nach Minergie-Standard, Wärmepumpen, Holzheizungen, thermische Solaranlagen, Grauwasser-Nutzung und Anlagen zur Wärmerückgewinnung.

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