Fislisbach

Bis auf den letzten Platz besetzt: Musikgesellschaft sorgt für volle Kirche

In der Kirche St. Agatha stimmten die Fislisbacher Musikgesellschaft und Jugendmusik mit sinnlichen Klängen auf die Adventszeit ein.

Was die «Musik Fislisbach» jedes Jahr im Dezember in die Kirche zaubert, verdient grössten Respekt. Es erstaunt deshalb nicht, dass die Kirche wiederum bis auf den allerletzten Platz gefüllt war. Den Anfang machte die Jugendmusik, die seit diesem Jahr unter der Leitung von Raphael Kalt steht. Erstaunlich, welche Sicherheit die zwölf jungen Musikantinnen und Musikanten bereits an den Tag legen. Für Nachwuchs scheint also gesorgt zu sein.

Danach folgte das Konzert der Musikgesellschaft. Es dauerte rund 90 Minuten – aber Langeweile kam nie auf, zu abwechslungsreich, zu beeindruckend war das Gebotene. Die beschwingte, teilweise lüpfige «Serenade» von Derek Bourgeois entzückte das Publikum gleichermassen wie die vier Sätze der «Sixth Suite» von Alfred Reed.

Nach einer unbeschwerten Marschmelodie in verschiedenen Variationen wurden die Zuhörer zu einem sommerlichen, entspannten Spaziergang geführt, um dann einen musikalischen Halloween mit modernen Rhythmen und anschliessend einen berauschenden Tanz aus Japan zu erleben. Natürlich alles präzise und differenziert dargeboten. Ebenso ausdrucksstark, ja ergreifend erklang «O Magnum Mysterium», ein vielfach preisgekröntes Werk des Amerikaners Morton Lauridsen.

Führungsstark und locker

Anschliessend erlebte das Publikum musikalisch das bekannte Drama des Untergangs der «Titanic», arrangiert 1922 vom damals erst 18-jährigen Schweizer Komponisten Stephan Jäggi. Dramatische, ergreifende Musik, die ans Herz ging. Vielen Anwesenden dürfte das nächste Werk «Consolation» bekannt vorgekommen sein, ist darin doch das populäre Kirchenlied «Wer nur den lieben Gott lässt walten» versteckt. Auch dieses Werk stellte höchste Ansprüche an die Fislisbacher Musikantinnen und Musikanten, die sie mit Bravour erfüllten.

Eine bemerkenswerte Leistungsbereitschaft, die natürlich auch mit dem Dirigenten Urs Heri zu tun hat. Er leitet die Musikgesellschaft seit 2018 und strahlt am Dirigentenpult eine Mischung aus klarer Führung und humorvoller Lockerheit aus. Es überrascht keineswegs, dass er seit seiner Amtsübernahme schon einige Erfolge mit seinem «Personal» feiern konnte.

Apropos Amtsübernahme: Vor wenigen Tagen übergab die bisherige Vereinspräsidentin Daniela Hauser das Zepter an Anne Nelissen, die ihrerseits die Verdienste ihrer Vorgängerin eloquent würdigte: «Sieben Jahre lang hast du die Musikgesellschaft neben Familie und Beruf ausgezeichnet gemanagt, dafür danken wir dir.»

Ebenso dankte Anne Nelissen der Sprecherin Sandra Stämpfli, die mit Charme und Sicherheit durchs
Programm geführt und den Anwesenden interessante Hintergrundinformationen geliefert hatte. Klar, dass ihr und der abtretenden Präsidentin grosser Applaus sicher war.

Intensivster Applaus

Den längsten und intensivsten Applaus durften allerdings, wie es sich gehört, die Hauptakteure an den Instrumenten entgegennehmen. Dafür wurde das begeisterte Publikum noch mit zwei Zugaben der Musikgesellschaft gemeinsam mit der Jugendmusik verwöhnt. Dem Weihnachtsklassiker «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» folgte mit «Gallop» von Alfred Reed der fulminante Schlusspunkt.

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