Baden

Baustart fürs Thermalbad am 5. März – was dafür spricht, dass die Arbeiten tatsächlich beginnen

Die Visualisierung zeigt, wie das Bad aussehen wird

Badener Thermalbad

Die Visualisierung zeigt, wie das Bad aussehen wird

Neuer Zeitplan für den Bau des Botta-Bades: Diesmal spricht vieles dafür, dass die Arbeiten tatsächlich am 5.März beginnen. Wenn diese nach Plan verlaufen, wird das neue Badener Thermalbad des Architekten Mario Botta im Jahr 2020 eröffnen.

Badenerinnen und Badener haben sich daran gewöhnt, nicht allzu euphorisch zu reagieren, wenn wieder einmal ein neuer Termin für den Baustart des neuen Thermalbades verkündet wird – doch jetzt sollte es endlich losgehen. Jahr für Jahr wurden zuletzt neue Daten genannt, ohne dass Taten folgten.

Die Verantwortlichen der Bauherrin Verenahof AG mussten sich langsam, aber sicher vorkommen wie Ankündigungsminister. Zuletzt vor einem Jahr, als ein offizieller Spatenstich durchgeführt wurde, viel Prominenz vor Ort war, ein Bagger einen Teil vom Dach des Römerbades abriss, und alles darauf hindeutete, dass bald schon der erste Gast die Füsse in das Bad des Architekten Mario Botta würde halten können.

Doch nachdem das alte Thermalbad, Römerbad und Staadhof tatsächlich abgerissen wurden, passierte neun Monate lang gar nichts mehr, obgleich im Mai laut offiziellem Zeitplan mit dem Neubau hätte begonnen werden sollen. Nach der neusten Ankündigung, diese Woche vorgetragen an einer Informationsveranstaltung für Bewohner des Bäderquartiers, kann nun aber kaum mehr daran gezweifelt werden, dass es tatsächlich bald mit den Bauarbeiten losgeht.

Denn es wurde ein ganz konkretes Datum genannt: Der Baustart für das Botta-Bad erfolgt am 5. März, also in gut zwei Wochen. Auf dieses Datum haben sich die Verenahof AG und das Generalunternehmen HRS Real Estate geeinigt, nachdem sie am 21. Dezember per Vertrag alle finanziellen Details regelten. Der formelle Spatenstich für das Thermalbad sowie für das Wohn- und Ärztehaus wird am 17. April erfolgen.

Rund zweieinhalb Jahre wird die Bauzeit betragen; verlaufen die Arbeiten nach Plan, wird das Botta-Bad im September 2020 eröffnet. Entstehen wird ein 160 Meter langer, schmaler Baukörper, aus dem fingerartige Öffnungen in den Himmel ragen. Es sind diverse Innen- und Aussenbecken mit unterschiedlichen Temperaturen geplant, zum Beispiel ein Flussbad und Dampfbäder. Auch eine Saunalandschaft und Therapieräume finden Platz.

Dass der Baustart einige Male verschoben wurde, lag nicht am Thermalbad, sondern an den umstrittenen Plänen für eine Privatklinik in den ehemaligen Bäderhotels Bären, Ochsen und Verenahof, die miteinander verbunden sind und das sogenannte Verenahof-Geviert bilden. Die Denkmalpflege pochte darauf, der Elefantensaal im Verenahof müsse erhalten bleiben. In diesem Punkt haben sich Bauherrschaft und Behörden bis heute nicht geeinigt, weswegen die Baubewilligung für die geplante Klinik für Rehabilitation und Prävention nur unter Auflagen erteilt wurde.

Um das Klinikprojekt im Verenahof-Geviert kümmert sich inzwischen nicht mehr Architekt Mario Botta, sondern das Architekturbüro Villa Nova aus Basel, das auf die Sanierung und den Erhalt historischer und denkmalgeschützter Gebäude spezialisiert ist. Das überarbeitete Baugesuch wird diesen Frühling eingereicht, im vierten Quartal 2018 soll mit dem Bau begonnen werden.

Weil Denkmalpflege und Bauherrschaft diesmal sehr eng miteinander zusammenarbeiten, dürfte einer Bewilligung des umstrittenen «Baufeldes 3» nichts mehr im Weg stehen. Die aktuellsten Pläne sehen im Verenahof-Geviert eine Privatklinik mit 62 Zimmern vor; ursprünglich waren rund 80 Zimmer geplant. Auch ein öffentliches Restaurant soll im historisch bedeutenden Verenahof-Geviert Platz finden.

Die «Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden», Betreiberin des Botta-Bades, hofft auf 500'000 Gäste pro Jahr; für die Privatklinik wird mit einer Auslastung von rund 85 Prozent gerechnet. Die Konkurrenz in Schinznach-Bad äusserte sich kritisch zu diesen Zahlen, sie könnten im aktuellen Marktumfeld nur schwer erreicht werden.

Darauf angesprochen, zeigte sich Stephan Güntensperger, Verwaltungsrats-Vizepräsident der Verenahof AG, diese Woche unbeeindruckt; man sei zuversichtlich, die angestrebte Gästezahl erreichen zu können, wenn auch laut Business-Plan schlechtere Szenarien verkraftet werden könnten. Sowieso ist für trübe Gedanken aktuell kein Platz. Verenahof-VR-Präsident Beat Edelmann sagte diese Woche: «Mit dem Baustart am 5. März geht ein Traum in Erfüllung.»

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