Diese Woche informierte die Gemeinde Wettingen über das weitere Vorgehen bei der Neugestaltung des Bahnhofareals. Auf diesem soll auf über 50 000 Quadratmetern ein durchmischtes Wohn- und Gewerbequartier entstehen. Das Mitwirkungsverfahren ist abgeschlossen, der Gestaltungsplan angepasst. Dieser liegt nun öffentlich auf, Eingaben können aber nur noch Direktbetroffene machen.

45 Mitwirkende machten insgesamt 189 Eingaben. Auch die Wettinger Fraktion der GLP beteiligte sich daran und stützte sich dabei auf die Arbeit von Mitglied und Architekt André Schär, der sich seit längerem mit dem Bahnhofareal auseinandersetzt. 2011 beteiligte er sich selbst mit einem eigenen Beitrag beim Projektwettbewerb für das Bahnhofareal, kam als Zweitplatzierter aber nicht zum Zug.

Trotzdem lag ihm die weitere Entwicklung des Bahnhofareals sehr am Herzen, weshalb er sich weiterhin intensiv damit auseinandersetzte und mit seinen Ideen auch auf das Badener Tagblatt zukam, damit mehr Menschen davon erfuhren. Ihm waren vor allem ökologische und psychologische Aspekte sowie die Durchlüftung und Kühlung von Quartieren ein Anliegen. Seine Ideen hielt er in einem Text mit dem Titel «Lebenswerte Stadt» fest.

Im Rahmen einer GLP-Veranstaltung Anfang Mai hielt er dazu auch einen Vortrag und stellte anschliessend die mit der GLP eingereichten Positionen im Mitwirkungsverfahren vor.

Kein Durchstich

Die Beiträge der Mitwirkenden haben den Gestaltungsplan teilweise beeinflusst, so zum Beispiel in Sachen Kindergarten oder der Erhaltung der Drehscheibe. Eine der tiefgreifenderen Ideen von André Schär – der «Durchstich Schär», ein Tunnel unter den Gleisen hindurch – fand keinen Eingang in den Gestaltungsplan: «Es wäre für das Quartier eine grosse Erleichterung, wenn der Auto- und auch der Lieferwagenverkehr unterirdisch geführt würden», sagte er letzten September zum BT.

Eine Unterführung sei aber aus mehreren Gründen nicht umsetzbar, schreibt der Gemeinderat im Mitwirkungsbericht, der auch auf der Gemeinde-Website einsehbar ist. Unter anderem läge die Unterführung ausserhalb des Gestaltungsplanperimeters und die Grundstücksflächen seien nicht in der Verfügungsgewalt der Gemeinde. Ebenso wäre die Erreichbarkeit aus Richtung Wettingen für den Zielverkehr nicht gegeben. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Da sich Schär mit dieser und anderen Ideen in der Vergangenheit an diese Zeitung gewandt hatte, wollte das BT seine Meinung zum Ausgang des Mitwirkungsverfahrens wissen. Er antwortete ausgewogen, zog aber leider kurz vor Redaktionsschluss seine Zitate wieder zurück.