Um die Verbreitung von Elektroautos zu beschleunigen, arbeitet der Bund bei den Nationalstrassen mit Hochdruck an der Realisierung von Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge. Doch auch private Unternehmen haben sich der Thematik angenommen und investieren in den Ausbau.

In folgendem Fall handelt es sich um das Immobilienunternehmen Bovida AG mit Sitz in Zug, das die Autobahnraststätte in Würenlos, gerne «Fressbalken» genannt, betreibt. In Kooperation mit dem Tessiner Unternehmen Gottardo Fastcharge «Gofast», das sich auf den Bau von Schnellladestationen spezialisiert hat, will die Bovida AG bei der Raststätte insgesamt 20 solcher Tankstellen für Elektrofahrzeuge verwirklichen.   

Diese sollen auf bereits bestehenden Parkplätzen erstellt werden – je zehn auf der Seite der Autobahn A1 nach Zürich sowie zehn auf der anderen Seite in Richtung Bern. «Es handelt sich hier um klassische Ladestationen ohne Überdachung», erklärt Domenic Lanz, Geschäftsführer von «Gofast». An den Ladestationen könne in zehn Minuten elektrische Energie für 100 Kilometer Reichweite aufgeladen werden.

Den dazugehörigen Ökostrom stellen die technischen Betriebe Würenlos (TBW) zur Verfügung. Diese hätten bereits vor einigen Jahren eine Transformatorenstation gebaut und seien fürs Erste gut gerüstet, so Lanz.

Kein Zeitdruck

Lanz’ Firma «Gofast» gehört auch zu den Gewinnern einer Ausschreibung des Bundesamts für Strassen (Astra). Dieses hatte im November letzten Jahres für insgesamt 100 Schweizer Rastplätze fünf Firmen gesucht, die Schnellladestationen an je 20 Orten bauen. Vorgabe war, dass jede Firma fünf dieser Rastplätze innerhalb eines Jahres mit E-Tankstellen ausstattet.

«Diese Ausschreibung hat aber nichts mit der Aufrüstung bei der Raststätte Würenlos zu tun», erklärt Lanz, da zwischen Rastplätzen und Raststätten unterschieden werde. So gehören Rastplätze dem Bund und sind in der Regel nur mit Toiletten, Bänken und teilweise kleinen Imbissbuden ausgestattet. Raststätten hingegen sind kantonales Eigentum.

Während der Bund für die Rastplätze Strominfrastruktur vorfinanziert, liegt die Finanzierung des Stromanschlusses und der Ladestationen bei Raststätten in der Hand der Raststättenbetreiber beziehungsweise bei Firmen wie «Gofast».

Dem Raststättenbetreiber ist freigestellt, ob und mit wem er Ladestationen für Elektrofahrzeuge erstellen will.

Aktuell sind auf Schweizer Raststätten mindestens 24 Ladestationen in Betrieb und viele weitere in Planung, schreibt das Astra auf seiner Website. Zu den mit E-Ladestationen aufgerüsteten Raststätten gehört nun also bald auch der «Fressbalken». Diese Woche wurde das Baugesuch publiziert, das noch bis 3. Juni auf der Bauverwaltung Würenlos aufliegt. Die Gemeinde muss die Unterlagen noch an den Kanton weiterleiten, hat dieser als Grundstückbesitzer doch das letzte Wort.

Anders als beim Astra-Projekt fällt hier in Würenlos aber ein gewisser Zeitdruck weg: «Wir haben keinen fixen Zeitplan. Erst nach Erhalt der Bewilligung können wir die Planung finalisieren», so Lanz. Ziel sei es jedoch, die 20 Schnellladestationen noch in diesem Jahr zu realisieren.