Baden

Aus Plastik- wird Green-Team: Firmen machen auch nach dem Plastikexperiment weiter

Grosses Interesse an der Auftaktveranstaltung im November.

Grosses Interesse an der Auftaktveranstaltung im November.

Auch wenn das Plastikexperiment wegen Corona abgebrochen werden musste, wird es als Erfolg bezeichnet - 110 Detailhändler, Gastrobetriebe und auch vier Grossunternehmen haben sich beteiligt. Einige führen ihre bisher gestarteten Aktionen weiter.

Was im November 2019 mit zahlreichen motivierten Menschen startete, musste sich im März – dem eigentlichen Höhepunkt – Corona beugen: das Badener Plastikexperiment. Einen Monat lang war die Be­völkerung dazu aufgerufen, auf Plastik zu verzichten – keine Plastiksäcke mehr für den Einkauf zu nutzen und auch keine Waren mehr zu kaufen, die in Plastik verpackt sind.

Am 19. März musste das Experiment aber abgebrochen werden. In Zeiten von Hamsterkäufen gingen beim einen oder anderen wohl auch die besten Vorsätze in Sachen Plastik­verzicht etwas unter. Trotzdem waren laut Brunhilde Mau­- the, Medienverantwortliche des Plastikexperiments, auch nach dem Lockdown immer noch viele Menschen motiviert dabei, wie sie zur AZ sagte.

Jetzt, drei Monate später, ziehen die Initiantinnen und Initianten ein Fazit: Über 550 Personen informierten sich an zwei Anlässen, 18 Arbeitsgruppen mit über 100 Freiwilligen wurden gebildet und 110 Detailhändler, Gastrobetriebe sowie auch die vier Grossunternehmen GE, Axpo, UBS und ABB haben sich am Projekt beteiligt. Es seien nicht nur zwischen 8000 und 10000 Personen für ihren Plastikkonsum sensibilisiert worden, sondern auch viele Unternehmen.

Zum Abschluss noch Bluttests

Manche führen ihre gestarteten Aktionen weiter: So wird aus dem «PlastikTeam» von General Electrics ab Herbst das «Green-Team», das für mehr Nachhaltigkeit am Badener Standort sorgen soll. Bei der Axpo will man Workshops zum Thema nachholen, die wegen Corona nicht stattfinden konnten.

Auch Silja Buck vom Unverpackt-Laden «ohne.ch» ist überzeugt, dass das Experiment viel bewirkt habe. Einerseits «weil es unsere Philosophie in die ganze Badener Bevölkerung trägt», sagt sie. Andererseits aber auch, weil es die Kundschaft angeregt habe, gewohnte Muster zu hinterfragen und zu durchbrechen.

Bis zum Lockdown wurden im Rahmen von «Plastik in Dir» Bluttests durchgeführt, 230 Menschen liessen sich Blut nehmen. Nun stehen die «Nachher»-Tests an: am 1. und 2. Juli, von 16 bis 21 Uhr, im Badener Chorherrenhaus. Damit soll festgestellt werden, wie sich der Plastikverzicht auf die Blutwerte ausgewirkt hat.

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