Mit einer Bombendrohung wollte ein Mann im November 2016 seinen Lebenspartner aus dem Grand Casino Baden bringen. Das gelang – allerdings mussten über 100 weitere Casino-Besucher ebenfalls in Sicherheit gebracht werden. Den Tschechen, der die Drohung äusserte, verurteilte das Bezirksgericht Baden am Mittwoch zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse.

Das Verdikt ist für das Grand Casino zweitrangig. Patrick Konzack, Chief Gaming Officer, sagt zum Regionalsender Tele M1: "Wir vertrauen dem Schweizer Rechtsstaat und glauben, dass da angemessene Urteile gefällt werden." Was die zivilrechtliche Betrachtung angehe, behalte man sich weitere Schritte vor.

Diese könnten sich für den Verurteilten als happig erweisen: Das Casino fordert 93'600 Franken Schadenersatz. Dieser Verlust ist laut den Betreibern in den dreieinhalb Stunden zwischen Evakuierung und Wiederaufnahme des Spielbetriebs entstanden.

Gestörte Persönlichkeit

Der Bomben-Droher handelte aus Liebe, wie er erklärte. Dieses Motiv ist für den Fachpsychologen Thomas Spielmann sehr ungewöhnlich. "Ich denke, da könnte eine tiefe Persönlichkeitsstörung dahinter stecken", sagt er. Das zeige sich so: Das Impulsverhalten könne nicht kontrolliert und die Konsequenzen könnten nicht abgeschätzt werden. Der junge Mann habe den "inneren Halt und die Bodenhaftung einer Herbstnebelschwade".

Der Verurteilte sagte nach dem Prozess zu "Tele M1", die Drohung sei keine gute Idee gewesen. Er habe aus dem Vorfall gelernt.

Casino-Bombendroher: "Ich wollte, dass er nach Hause kommt"

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Tele-M1-Bericht vom Mittwoch.

(mwa)