Baden

Asylzentrum Rütihof: Mehr Sachlichkeit bei der Diskussion gefordert

Rütihof könnte Standort für eine kantonale Asylunterkunft werden – dies wird kontrovers diskutiert.

Rütihof könnte Standort für eine kantonale Asylunterkunft werden – dies wird kontrovers diskutiert.

Als Reaktion auf die scharfen Töne der Gegner einer Asylunterkunft in Rütihof hat sich eine neue Interessengemeinschaft gebildet, die sich einen fairen Dialog wünscht. Gefordert wird unter anderem eine öffentliche Informationsveranstaltung.

Rütihof zählt zu den möglichen Standorten für eine kantonale Asyl-Grossunterkunft. Das sorgt für Emotionen: Als Reaktion auf die «Interessengemeinschaft 5406», die eine Unterkunft ablehnt und laut Flyer verhindern will, dass Rütihof künftig als «Flüchtlingsdorf» wahrgenommen werde, hat sich nun eine neue Gruppierung gebildet, die eine sachliche und faire Diskussion fordert. Der «Interessengemeinschaft gegen Werteverlust in Rütihof» gehören aktuell rund 75 Menschen an. Einer der Initianten, Peter Züllig, erklärt: «Das Flugblatt des Komitees, das sich gegen eine Asylunterkunft wehrt, ist in der Tonalität dazu angetan, Emotionen zu schüren und die Stimmung anzuheizen.»

Es gebe aber auch andere Stimmen im Dorf: «Unsere Gruppierung befürchtet nicht wie die Gegner der Unterkunft einen Wertverlust der Liegenschaften, sondern einen Werteverlust im humanitären Bereich», sagt Züllig. «Wir wehren uns gegen eine pauschale Vorverurteilung und Kriminalisierung aller Flüchtlinge und wollen diese gegebenenfalls mit Anstand empfangen und ihnen in die Augen sehen können.»

Gibt es den idealen Standort?

Man teile zwar die Ansicht der Gegner einer Asylunterkunft, dass Rütihof nicht der ideale Standort sei, «doch diesen gibt es wohl gar nicht, denn überall regt sich Widerstand gegen solche Vorhaben», sagt Peter Züllig. «Zielsetzung unserer Gruppe ist es also nicht, das Asylzentrum mit allen Mitteln nach Rütihof zu holen, sondern ein sachlicher und fairer Dialog zur Sache.»

Weiter hofft die neue Interessengemeinschaft, dass die Generalversammlung des Dorfvereins im März nicht für das Asylthema instrumentalisiert werden. Darum fordere man eine öffentliche Informationsveranstaltung von Kanton und Stadt. Züllig: «Sie wäre die richtige Plattform für eine Diskussion.»

Derweil gewinnt auch die Interessengemeinschaft gegen eine Asylunterkunft an Zuwachs. 548 Menschen haben die Online-Petition unterzeichnet, in welcher der geplante Standort als ungeeignet sowohl für die Bevölkerung als auch die Asylbewerber bezeichnet wird.

Neben Rütihof kommen als Standort für eine Asylunterkunft auch Obersiggenthal, Fislisbach, Küttigen und Rothrist sowie private Grundstücke infrage, wie der Kanton im November mitteilte. Bei allen möglichen Standorten auf Gemeindeland regt sich Widerstand, zumeist sind die Behörden gegen die Pläne des Kantons.

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