Auf dem Areal «Steiacher» in Baden-Rütihof wird es definitiv keine kantonale Grossunterkunft geben. Das teilte der Regierungsrat letzte Woche mit. Und was geschieht mit den anderen Grundstücken? Zur Erinnerung: Neben Baden-Rütihof hatte der Regierungsrat im November 2018 auch das Gebiet «Stalderai» in Fislisbach und ein Grundstück bei der Gässliackerstrasse/Mühleweg in Obersiggenthal als mögliche Standorte für eine Unterkunft in der Region Baden bestimmt. Anders als der Badener Stadtrat, der sich «offen für die Prüfung des Areals» gezeigt hatte, wiesen die beiden Gemeinderäte Fislisbach und Obersiggenthal den Vorschlag kurz nach Bekanntgabe der möglichen Standorte entschieden ab.

Offenbar mit Erfolg: Zwar ist noch unklar, ob die Regierung ihre Pläne für die beiden Grundstücke wie auch für die Areale in Küttigen und Rothrist verwirft. Es zeichne sich aber bereits ab, dass aufgrund der kritischen Stellungnahmen der vier anderen Gemeinden weitere Standort-Optionen zu prüfen seien, sagte Regierungsrätin Franziska Roth zur AZ. Dies lässt darauf schliessen, dass auch diese vier Standorte nicht weiterverfolgt und stattdessen neue Grundstücke geprüft werden.

Wie haben die beiden Gemeinden die Nachricht aufgenommen, wonach die Standorte wohl nicht weiterverfolgt werden? Dieter Martin, Gemeindeammann von Obersiggenthal, sagt: «Die Gemeinde hat seit der letzten BNO-Überarbeitung, die seit 2014 in Kraft ist, konkrete Pläne für die Fläche bei der Gässliackerstrasse.» Dies habe man Regierungsrätin Franziska Roth bei einem Gespräch im letzten Dezember auch so darlegen können. Martin will sich noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, geht aber davon aus, dass die Regierung die Pläne und somit die Bedürfnisse der Gemeinde respektieren werde. Die Fläche bei der Gässliackerstrasse hält der Gemeinderat bereit, um dereinst Alterswohnungen zu erstellen. Zudem will die Stiftung Gässliacker, Zentrum für Alter und Gesundheit, auf einem Teil der Parzelle ein Ärztehaus erstellen. Die Gemeinschaftspraxis soll bereits diesen Herbst bezogen werden. Die Basis dafür wurde im Januar gelegt: Der Einwohnerrat sagte Ja zum Baurechtsvertrag, wonach der Stiftung 1500 Quadratmeter für ein Ärztehaus zur Verfügung gestellt werden.

Hanspeter Zaugg, Vizeammann Fislisbach

«Die Parzelle ist für uns auch eine der letzten grossen Baulandreserven.»

Hanspeter Zaugg, Vizeammann Fislisbach

Auch in Fislisbach hat der Gemeinderat für das Gebiet «Stalderai» bereits Pläne. «Die vom Regierungsrat bestimmte Parzelle ist für uns nicht nur eine strategische, sondern auch eine der letzten grossen Baulandreserven», so Vizeammann Hanspeter Zaugg (FDP). Diese liege in der Zone für öffentliche Bauten und sei somit explizit für kommunale Verwendungszwecke vorgesehen. Ob dort dereinst Alterswohnungen oder möglicherweise sogar Schulgebäude entstehen werden, sei noch offen und hänge unter anderem von der Bevölkerungsentwicklung ab. Fakt sei, dass man den «Stalderai» nicht für eine Asyl-Grossunterkunft zur Verfügung stelle. Die Nachricht, dass der Regierungsrat womöglich seine Pläne für Fislisbach verwerfen werde, nehme man vorerst zur Kenntnis, so Zaugg.

Wie Franziska Roth letzte Woche mitteilte, wird sich der Regierungsrat im Frühling mit dem Geschäft befassen und dann über das weitere Vorgehen informieren.