Solar Impulse

ABB-Ingenieurin bei Solar Impulse: «Jetzt mache ich erst einmal Ferien»

Fürs erste Endstation: Die Solar Impulse II bleibt bis nächsten Frühling auf dem Kalaeloa Airport in Hawaii, Tamara Tursijan ist bereits abgereist.

Fürs erste Endstation: Die Solar Impulse II bleibt bis nächsten Frühling auf dem Kalaeloa Airport in Hawaii, Tamara Tursijan ist bereits abgereist.

Die Aargauerin Tamara Tursijan reist seit März mit dem Solar-Impulse-Team um die Welt Doch nun muss die Solar Impulse II auf Hawaii überwintern. Für die ABB-Ingenieurin heisst das: Zurück zum alten Job in Turgi.

Auf den Rekordflug über den Pazifik folgte vor einigen Tagen die schlechte Nachricht: Das Projekt muss wegen überhitzter Batterien bis Frühling unterbrochen werden. Eine Achterbahn der Gefühle?

Tamara Tursijan: Das ganze Projekt gleicht einer Achterbahn der Gefühle — es war wirklich alles dabei – Angst und Aufregung, Nervosität, Freude. Das Gefühl, Teil eines solchen Projektes zu sein, lässt sich nicht in Worte fassen. Mit dem Rekordflug über den Pazifik haben wir bereits viel erreicht und die schwierigste Etappe gemeistert. Was zählt ist, dass Pilot und Flugzeug sicher in Hawaii gelandet sind. Die nächste Zeit wird nun für Reparaturen an dem Flugzeug, Verbesserungsarbeiten und zur Vorbereitung für das nächste Jahr genutzt.

Vorerst das ende der Reise: Die Solar Impulse landet in Hawaii.

Vorerst das ende der Reise: Die Solar Impulse landet in Hawaii.

Das Projekt löste weltweit Begeisterung aus. Befürchten Sie, dass diese nun durch die lange Pause abflaut?

Ein Projekt wie dieses erhält immer viel Aufmerksamkeit. Es ist spannend, innovativ und das Thema geht uns alle an. Ich denke, dass das Projekt im nächsten Jahr sogar noch mehr Aufmerksamkeit erhalten wird. Jetzt ist klar, dass der Bau eines Solarflugzeugs, das um die ganze Erde fliegen kann, keine einfache Sache ist. Wie Bertrand Piccard (der Pilot und Initiator des Projekts, Anm. der Red.) es formulieren würde: «Wenn es einfach wäre, hätte es jemand anderes bereits getan.»

«Ich möchte einfach sagen, wie sehr ich jedem einzelnen Team-Mitglied danke»: Bertrand Piccards emotionale Rede vor der Landung in Hawaii.

«Ich möchte einfach sagen, wie sehr ich jedem einzelnen Team-Mitglied danke»: Bertrand Piccards emotionale Rede vor der Landung in Hawaii.

Sie sind seit März mit dem «Solar Impulse»-Team unterwegs. Immer wieder musste der Flug für längere Zeit unterbrochen werden. Wie haben Sie diese Monate erlebt?

Es ist schwierig, einem Aussenstehenden das alles zu erläutern. Die positive Energie im Team gemischt mit Adrenalin haben die vergangenen Monate zu etwas ganz Besonderem gemacht. Und da es immer etwas zu tun gab, kam auch nie Langeweile auf. Wenn wir nicht mit dem mobilen Hangar und dem Unterhalt des Flugzeugs beschäftigt waren, haben wir uns um weitere Vorbereitungen gekümmert und andere Teams unterstützt. Trotz verschiedener Verspätungen und Wartezeiten musste das Team stets bereit sein.

Während der längsten Etappe nach Hawaii war Pilot André Borschberg fünf Tage und Nächte in der Luft. Die nervenaufreibendste Zeit Ihres Lebens?

Während das Flugzeug in der Luft war, hatte das Team verschiedene Aufgaben zu erledigen. Wir mussten beispielsweise den Hangar abbauen und das ganze Equipment wieder einpacken. Es gab immer viel zu tun. Aber selbstverständlich haben wir auch die Liveübertragung des Fluges mitverfolgt und André zur Unterstützung Bilder und Nachrichten geschickt.

«Wir haben es geschafft, das Potential dieser Technologie zu zeigen»: André Borschberg nach der Landung in Hawaii.

«Wir haben es geschafft, das Potential dieser Technologie zu zeigen»: André Borschberg nach der Landung in Hawaii.

Am Wochenende sind Sie in die Schweiz zurückgekehrt. Wie sehen Ihre Pläne aus?

Ich werde zuerst einmal in den Urlaub fahren und danach bei ABB meinen eigentlichen Job wieder aufnehmen. Mit dem «Solar Impulse»-Team werde ich in Verbindung bleiben und es bei verschiedenen Themen unterstützen.

Im kommenden Frühling soll der Solarflieger wieder abheben. Werden Sie wieder dabei sein?

Es ist noch zu früh, um das zu beantworten.

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