Grossratswahlen

Aargauer Stimmenkönigin: «Ich habe vor der Wahl viel Druck verspürt»

Huser: «Klar habe ich weitere Ziele – ich bin ja noch jung.»

Huser: «Klar habe ich weitere Ziele – ich bin ja noch jung.»

Michaela Huser (SVP) aus Wettingen ist Stimmenkönigin im Aargau. Als einzige knackte sie bei den Grossratswahlen die 10'000er-Marke.

«Ich war sprachlos, als ich das Wahlergebnis gesehen habe», sagt Michaela Huser. 10'033 Stimmen hat die 33-jährige Wettingerin bei den Grossratswahlen am Sonntag erhalten. Und damit mehr als jeder andere Politiker und jede andere Politikerin im Kanton. «Das Resultat ist eine grosse Bestätigung für meine Politik», sagt die Ökonomin am Tag nach der Wahl.

Als Nummer 1 auf der SVP-Liste im grössten Aargauer Bezirk ging sie ins Rennen; das sei mit Sicherheit ein Vorteil gewesen, sagt Huser. «Aber ich habe vor der Wahl auch viel Druck verspürt. Die Erwartungen sind entsprechend hoch, wenn man so ins Rennen gehen darf.» Ihr Ziel war es, gewählt zu werden.

Gleichzeitig habe sie natürlich schon auch darauf gehofft, den Spitzenplatz auf der Liste verteidigen zu können. «Mir war klar: Wahltag ist Zahltag. Nur, wer gute Arbeit leistet, kann den Spitzenplatz auf der Liste verteidigen. Umso grösser ist die Erleichterung, dass ich es geschafft habe.» Sie freue sich sehr, dass ihre Leistungen mit diesem Spitzen-Resultat honoriert worden seien.

Ein realistisches Bild von Politik

Michaela Huser ist in einem politischen Haushalt aufgewachsen. Ihr Vater war Wettinger Gemeinderat. «Von ihm habe ich ein sehr realistisches Bild von der Politik mit auf den Weg bekommen», sagte sie letztes Jahr zur AZ. «Ich weiss, dass gewisse Prozesse einige Zeit dauern können, man kann nicht von heute auf morgen alles auf den Kopf stellen.»

In Wettingen ist sie längst eine politische Grösse. 2014 wurde sie in den Einwohnerrat gewählt, inzwischen ist sie Fraktionspräsidentin, seit 2016 sitzt sie im Grossen Rat. «Ich bin eine Politikerin, mit der jeder und jede reden kann. Ich bin offen, tausche mich gerne mit anderen Parteien aus, um im Sinne der Sache eine Lösung zu finden. Wohl auch darum habe ich in meiner Wohngemeinde durchs Band Panaschierstimmen erhalten.» Und dies, obwohl sie eine konsequente Haltung verfolge.

«Ich bin zufrieden und dankbar»

«In Wettingen sprach ich mich klar gegen eine Steuererhöhung aus. Inhaltlich waren viele wohl nicht mit mir einig, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass Geradlinigkeit auch von Vertretern anderer Fraktionen sehr geschätzt wird.»

Ihr Fraktionskollege Martin Fricker sagte letztes Jahr: «Mit ihrer pragmatischen, sachlichen Art kann sie viel bewirken. Wenn sie möchte und Durchhaltewillen beweist, wird sie früher oder später in den Nationalrat gewählt, keine Frage.»

Michaela Huser sagt dazu: «Klar, habe ich noch weitere politische Ambitionen – ich bin ja schliesslich noch jung. Vorerst bin ich jedoch zufrieden und dankbar, dass ich mich weitere vier Jahre im Grossen Rat einsetzen darf.»

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