Es gibt Fitnesszentren und Tanzstudios. Und dann gibt es Crossfit-Boxen. Diese werden so genannt, weil sie jeweils spartanisch eingerichtet sind und für den Sport kaum Geräte benötigt werden. Trainiert wird hauptsächlich mit dem Eigengewicht, mit Medizinbällen oder Hanteln. Crossfit setzt sich aus drei Elementen zusammen: Ausdauer, Gymnastik und Gewichtheben. In diesen Komponenten wird je eine Stunde lang trainiert, teilweise in kurzen Intervallen. Die Methode kommt ursprünglich aus Amerika, 1995 wurde dort die erste «Box» eröffnet. 2013 kam der Sport auch nach Baden. Fünf Jahre lang bot Fabio Marchesan die Trainingsmethode an der Täfernstrasse in Dättwil an. Anfang Juli zog er nun ins Industriequartier in Neuenhof.

Grund dafür: «Die Trainingsmethode ist etwas lärmig», sagt Marchesan. Denn Gewichte fallenlassen ist in einem Fitnesscenter verboten, in einer Crossfit-Box aber erlaubt. Wenn zwar ebenfalls nicht gerne gesehen. «Wir trainieren hier mit Maximalgewicht», sagt Marchesan. «Dann kann das schon mal passieren.» Das Bürogebäude in Dättwil eignete sich deshalb weniger für die Trainingsmethode.

Fabio Marchesan, Geschäftsführer des Crossfit Baden, zeigt, wie man sich in einer Crossfit-Box fit halten kann

Fabio Marchesan, Geschäftsführer des Crossfit Baden, zeigt, wie man sich in einer Crossfit-Box fit halten kann

Mit dem Raum im Industriequartier ist der Trainer glücklich: «Wir finden es cool hier», sagt der 45-Jährige. «Das Garagenfeeling spiegelt die etwas ruppigere Trainingsmethode.» Ausserdem könne man nach einem harten Training einen Sprung in die Limmat vor dem Haus wagen.

Beweglich werden, um im Alter fit zu sein

«Hier geht man an seine Grenzen», sagt Marchesan und zeigt ein paar Übungen: Auf eine Holzbox springen, Medizinbälle an die Wand schmeissen und Klimmzüge am sogenannten «Rig», einem grossen Gestell am einen Ende der «Box». «Es geht nicht hauptsächlich darum, einen schönen Bizeps zu bekommen.» Mit einem Augenzwinkern fügt der Trainer an: «Den gibts gratis dazu.»

Bei der Sportart gehe es darum, beweglicher zu werden, um auch im Alter fit zu sein. «Mit meinen 45 Jahren bin ich fitter als so mancher 20-Jährige», findet Marchesan. Die ständige «Hockerei» bei der Arbeit mache die Menschen kaputt. Das Crossfit soll dazu einen Ausgleich bieten. Ausserdem sei die Sportart nicht nur für Hartgesottene: «Die Übungen können an jeden Fitnesslevel angepasst werden.»

Weil Crossfit in Gruppen praktiziert werde, kommt zudem der mentale Aspekt hinzu: «In der Gruppe zu trainieren, motiviert mehr, als wenn man alleine im Fitnesscenter schwitzt.» Für Marchesan sei der Sport wie eine vierte Vorsorgesäule. «Statt aber in Finanzen zu investieren, mache ich etwas für meinen Körper.»