Das ehemalige Kuhn-Areal an der Alten Bremgartenstrasse in Niederrohrdorf wird wieder zum Leben erweckt: Auf dem rund 10'000 Quadratmeter grossen Gelände – eine der letzten grossen Flächen, die in der Gemeinde überbaut werden sollen – entsteht eine Siedlung mit sechs Mehrfamilienhäusern und einer gemeinsamen Tiefgarage. Nachdem sich die Bevölkerung im Jahr 2016 zum Gestaltungsplan äussern konnte (die AZ berichtete) und dieser nach einigen Anpassungen genehmigt wurde, liegt nun das Baugesuch auf. Noch bis zum 5. April können die Pläne auf der Bauverwaltung eingesehen werden.

Auf direktem Weg vom Quartier ins Dorfzentrum

88 Wohnungen mit zweieinhalb bis fünfeinhalb Zimmern finden in den vier- bis fünfgeschossigen Gebäuden Platz. Durch die Überbauung, die vom Architekturbüro Egli Rohr Partner aus Baden-Dättwil verfasst wurde, führt ein Wegenetz mit Begegnungszonen, Sitzgelegenheiten und Spielplätzen. «Die Wege stehen nicht nur den Bewohnern der Siedlung, sondern auch allen anderen Nutzern offen. Dadurch können sie auf direktem Weg vom Quartier ins Dorfzentrum und umgekehrt gelangen», sagt Cindy Ebner, Stellvertretende Geschäftsführerin des Niederrohrdorfer Bauunternehmens W. Kuhn AG, das gemeinsam mit Beat Känzig die Bauherrschaft bildet.

«Bezahlbaren Wohnraum schaffen»

Ausgangslage für die Neugestaltung des Areals an der Alten Bremgartenstrasse war die Folgende: 2014 übernahm die Laufenburger Erne-Gruppe das Baupersonal und das Bauinventar der W. Kuhn AG, woraufhin Lager- und Deponieplätze frei wurden.

Die Gemeinde suchte den Kontakt mit den Eigentümern. Nach erfolgreichen Gesprächen wurde schliesslich gemeinsam ein Architekturwettbewerb im anonymen Verfahren durchgeführt, bei dem die ERP Architekten AG als Siegerin hervorging. Insgesamt 27,5 Millionen Franken investiert die Bauherrschaft in die Überbauung. «Unser Ziel ist, bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen», sagt Cindy Ebner.

So sollen in den Wohnungen, die teils verkauft, teils vermietet werden, sowohl Singles, junge Paare als auch ältere Personen und Familien eine neue Bleibe finden. Es gebe bereits eine grosse Interessensliste, was den Verkauf angehe.

Die Mietwohnungen seien hingegen noch nicht ausgeschrieben. «Wir sind aber positiv gestimmt, dass die Wohnungen rasch verkauft und vermietet werden können.» Sei die Siedlung doch im Dorfzentrum gelegen, aber dennoch ruhig.

«Entwicklungen im Auge behalten»

«Das Projekt wird viel Dynamik ins Quartier bringen. Je nach Wohnungsbelegung kann die Bevölkerung nach Fertigstellung um über hundert Personen wachsen», sagt Patrik Hitz, Gemeinderat und Ressortvorsteher Hochbau. Überrumpelt werde die Gemeinde jedoch nicht sein: «Wir sind in den letzten Jahren stark gewachsen und konnten dem ebenfalls gerechtwerden.» Ausserdem würden die Einheiten erfahrungsgemäss nicht alle gleichzeitig bezogen werden. Dennoch, betont Hitz, gelte es, die Entwicklungen in Bezug auf Bevölkerungswachstum, Verkehr und Infrastruktur im Auge zu behalten. Dies um, wenn nötig, Massnahmen unter anderem bezüglich Schulraum und ausserschulischer Betreuung wie auch dem öffentlichen Raum in die Wege zu leiten.

Sofern alles nach Plan läuft, soll im Frühherbst mit den Bauarbeiten für die Überbauung gestartet werden. «Die Ausführung wird in zwei Etappen erfolgen. Erst müssen das Areal gerodet und die Gebäude, die sich derzeit noch auf dem Gelände befinden, abgebrochen werden», sagt Ebner.

Die Bauherrschaft rechnet damit, dass in rund zwei Jahren die ersten Besitzer und Mieter in die neue Überbauung einziehen werden.