Mellingen

132 Wohnungen und ein Gewerbepark – Bauboom im Reussstädtchen

Im Westen viel Neues: In Mellingen verheissen Baubewilligungen bald einen neuen Bauboom. 132 Wohnungen und ein neuer Gewerbepark dürfen im Reussstädtchen nun gebaut werden.

Lange schien die Bautätigkeit auf der Westseite der Reuss in Mellingen eingeschlafen. Doch der Schein trügt. In den vergangenen Monaten hat das Reussstädtchen mehrere Baubewilligungen erteilt. So bekommt die Wohn- und Gewerbesiedlung Neugrüen bald Konkurrenz: Zum einen wird die Firma Twerenbold Reisen AG aus Baden ab September ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen realisieren.

Zum anderen ist die Wohnsiedlung Grosse Kreuzzelg bewilligt. Das 49-Millionen-Franken-Projekt sieht 116 Eigentums- und Mietwohnungen vor. Derzeit laufen die Planungsarbeiten für den Bau an. «Deshalb lässt sich noch nicht sagen, wann genau wir mit dem Bau starten können», sagt Michael Martin, Verwaltungsratspräsident der Hafinag AG. Auch die Preise stehen noch nicht fest.

Doch je nachdem könnte die Nachfrage in der «Grossen Kreuzzelg» insbesondere für Mietwohnungen gut sein. Denn die Mietpreise im «Neugrüen», wo immer noch zahlreiche Wohnungen angeboten werden, sind verhältnismässig hoch: Gemäss dem Immobilien-Beratungsunternehmen Wüest & Partner kann man sich für eine neugebaute Mietwohnung in der Gemeinde Mellingen am Schweizer Durchschnitt orientieren.

Will heissen: Für eine 97 Quadratmeter grosse Wohnung ohne Nebenkosten zahlt man 1800 bis 1850 Franken Miete pro Monat. Im «Neugrüen» kostet eine solche Wohnung 2060 Franken. «Grundsätzlich ist das Wohnpotenzial der Gemeinde noch nicht ausgeschöpft», sagt Robert Weinert, Immobilienanalyst bei Wüest & Partner. «Aber der Markt ist preisempfindlicher geworden.» Jedoch könne Mellingen vom Verdrängungsdruck aus Zürich profitieren. «Dafür sprechen auch die guten Anbindungen von öffentlichem und privatem Verkehr an Zürich und die Nähe zu Baden.»

16 Häuser für Geschäftsleute

Von den Autobahnanbindungen profitieren auch Gwerbler. Für sie soll es bald einen ganzen Gewerbepark geben. seit langem verweist eine Werbetafel auf dem Gheid-Gelände auf den geplanten Gewerbepark Gheid. Nun liegt die Baubewilligung vor. «Wir verhandeln derzeit mit Interessenten für die Gewerbe- und Wohnhäuser», sagt Urs Waser, der für Vermietung und Verkauf zuständig ist.

Der grosse Run auf die Gewerbehäuser sei bisher aber noch ausgeblieben, räumt er ein. Dies liege zum einen daran, dass man noch keine Werbeoffensive gestartet hat, zum anderen, dass man mit dem Bau noch nicht begonnen habe, erklärt Waser. Mark Käppeli von der Bauherrschaft Bischof & Neuhaus AG ergänzt: «Wenn die Häuser stehen, verkaufen sie sich auch besser, weil die Interessenten sich das Produkt ansehen können».

Weil von den ersten 8 Häusern bereits einige kurz vor dem Verkauf stehen, ist der Bau der ersten Etappe im Februar 2016 geplant. «Erst wenn diese Einheiten verkauft sind und die Nachfrage für weitere Einheiten vorhanden ist, starten wir mit der zweiten Etappe», sagt Käppeli. Insgesamt sind
16 Häuser geplant.

Ausbau nach Lust und Bedarf

Käppeli ist zuversichtlich, dass die Häuser sich gut verkaufen werden. «Im Vorfeld haben wir uns den KMU-Park in Uster (ZH) angeschaut», erzählt er. «Dort wurde nach demselben Konzept gebaut und sehr erfolgreich verkauft.» Mit «Konzept» meint Käppeli, dass die Häuser nach dem Rohbau beliebig ausgebaut werden können. Die unteren Etagen eignen sich wegen der Grösse und Bauweise sowohl zum Ausbau in eine Autowerkstatt als auch für Büroräume.

Jedes Haus hat fünf Stockwerke und wird als Einheit verkauft. Die obersten zwei Etagen sind jeweils für Wohnungen vorgesehen «Gerade Besitzer von Handwerksbetrieben schätzen es, wenn sie am selben Ort wohnen und arbeiten können», sagt Käppeli. Dass dies aber längst nicht auf alle zutrifft, weiss er. Wer will, könne seine Wohnungen auch vermieten.

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