Deckeneinsturz

Aargauer Wellness-Bäder: «Bei uns kann so etwas nicht passieren»

Die Aargauer Wellness-Bäder zeigen sich nach dem Deckeneinsturz im «Bernaqua» betroffen. Aufgrund des neusten Vorfalls seien nun aber keine Untersuchungen der Aargauer Bäder nötig.

«Grauenhaft, das betrifft mich sehr», sagt Thomas Kirchhofer, Geschäftsleiter Kurzentrum Rheinfelden. Auch Marcus Rudolf vom «Bad Schinznach» ist bestürzt: «Es ist besonders tragisch, dass Menschen verletzt wurden. Dennoch kann man von Glück reden, dass nicht mehr passiert ist.»

Am Dienstagabend ist im Westside-Center «Bernaqua» über einem Schwimmbecken die Decke eingestürzt. Zwei Personen wurden dabei verletzt.

Das sagt ein Badegast zum Deckeneinsturz im Bernaqua

Das sagt ein Badegast zum Deckeneinsturz im Bernaqua

Sowohl Kirchhofer wie auch Rudolf dachten im ersten Moment an den Deckeneinsturz im Hallenbad von Uster ZH vor 26 Jahren. Damals, am 9. Mai 1985, stürzte die aufgehängte Decke im Hallenbad herab und riss 12 Menschen in den Tod.

Daraufhin wurde die Sicherheit in Bädern mit strengeren Auflagen erhöht.

Keine Untersuchungen

Das Kurzentrum Rheinfelden und «Bad Schinznach» hätten sich nach dem neusten Vorfall Gedanken über die Sicherheit im eigenen Bad gemacht. «Schliesslich ist ein Deckeneinsturz das Schlimmste, was einem Badbetreiber passieren kann», sagt Kirchhofer vom Kurzentrum gegenüber az.

Beide Bäder sind jedoch der Meinung, dass nun eine ausserordentliche Untersuchung nicht nötig sei. Eine solche will auch der Kanton Aargau nicht veranlassen und betont, dass in regelmässigen Abständen die Hallen ohnehin untersucht werden, wie das Baudepartement bestätigt.

«Ich kann meine Hand ins Feuer legen: Bei uns in Rheinfelden kann so etwas nicht passieren», sagt Kirchhofer weiter. Er könne so selbstsicher Auskunft geben, weil man sich erst im vergangenen Herbst bei einem Neubau um dieses Thema gekümmert habe. «Bei unserer alten Halle, die vor 40 Jahren gebaut wurde, wurde die Sicherheit etwas vernachlässigt. Seit dem Umbau im Herbst sind wir wieder absolut auf dem neusten Stand», so Kirchhofer.

Auch beim Thermalbad Zurzach sei ein ähnlicher Fall wie in Bern «undenkbar», weil sich 75 Prozent des Bades ohnehin im Freien befinde.

Sicherheit vor Kunst

Das «Bernaqua» von Stararchitekt Daniel Libeskind ist ein Neubau mit moderner Architektur. Erst vor drei Jahren wurde es eröffnet.

In der Baubranche wird bereits vermutet, dass sich die Bauherrschaft bei der Planung dem Stararchitekten geschlagen gab - zugunsten des futuristisch aussehenden Gebäudes und zulasten der Sicherheit.

Für Rudolf ist klar, dass sich deshalb die Bauherrschaft bei der Umsetzung eines Projekts stets durchsetzen sollte. «Es wäre ja schön, wenn man Planungen stets in die Praxis umsetzen könnte», sagt er.

Warum die Decke im Westside-Center tatsächlich einstürzte, wird derzeit ermittelt. (sha)

Meistgesehen

Artboard 1