Bildung

Aargauer SP und FDP fordern: Gleiche Chancen für alle bei der Digitalisierung

Digitalisierung in der Schule wirft Fragen auf: Wie viele mobile Geräte braucht es eigentlich?

Digitalisierung in der Schule wirft Fragen auf: Wie viele mobile Geräte braucht es eigentlich?

Die Coronakrise hat es einmal mehr gezeigt. Noch immer fehlt es an vielen Schulen an Mitteln und Instrumenten um digital wirklich gut aufgestellt zu sein. Die SP und die FDP fordern deshalb eine kantonale Strategie für die Schulen.

Bisher entscheiden die Schulen und Gemeinden selber, wie sie das digitale Leben an der Schule gestalten. Dieses Vorgehen unterstand mit dem Beginn der Coronakrise plötzlich dem Praxistest, als der Unterricht von einem Tag auf den anderen aus der Ferne erfolgen musste. Das verlief nicht an allen Schulen gleich gut. Für die FDP und die SP ist deshalb klar: Aus diesen Erfahrungen soll man lernen. Beide Parteien reichen in der heutigen Sitzung des Grossen Rats Vorstösse ein, die vom Regierungsrat fordern, dass er sich der Digitalisierung an den Schulen annimmt.

«Die Coronakrise hat der Digitalisierung des Schulbetriebs einen starken Schub verliehen. Die Krise hat aber auch Versäumnisse aufgedeckt», halten Simona Brizzi und Alain Burger (beide SP) in einem Postulat fest. In vielen Schulen fehle es an Infrastruktur, Instrumenten, Wissen und Kompetenzen im Umgang mit digitalen Hilfs­mitteln. Es verfügten nicht alle Schulen über die gleichen technischen Möglichkeiten für den Fernunterricht, zudem sei es nicht allen Familien möglich, ihren Kindern die nötigen Geräte und Unterstützung zu Hause anzubieten.

«Vielerorts fehlt schon ein Arbeitsplatz, an dem die Kinder in Ruhe arbeiten können», heisst es im Vorstoss weiter. Deshalb seien teilweise Private oder Stiftungen eingesprungen, um Schulen und Schüler mit Computer auszustatten. Der ­Regierungsrat soll jetzt verbindliche Vorgaben für die Volksschule für die informations- und kommunikationstechnischen Hilfsmittel erlassen. Die SP beruft sich dabei auf die Bundesverfassung, die jedem Kind den Anspruch auf eine seinen Fähigkeiten angemessene Bildung garantiert.

Die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche sollten deshalb weder vom Engagement privater Sponsoren noch vom guten Willen des Gemeinderates oder von den finanziellen Möglichkeiten und den Informatikkenntnissen der Eltern abhängen, schreiben die Postulanten. «Die Verfassungsaufträge auf Stufe Bund und Kanton müssen auch bei einem Ausbau des Distanzlernens erfüllt werden können.»

Digitalisierung ist wichtig für die Berufswelt

«Die jungen Menschen müssen für eine zunehmend digitalisierte Berufswelt möglichst gut vorbereitet werden», schreibt die FDP in ihrer Motion zur Schaffung von kantonal einheitlichen Rahmenbedingungen für die Digitalisierung der Schulen. Auch die Freisinnigen berufen sich auf die Chancengerechtigkeit. Wo Schule und Gemeinden den technologischen Wandel weniger antizipiert haben, hätten die Kinder gegenüber Schülern in einem technologie-affinen Umfeld das nachsehen.

«Die aktuell bestehenden, allzu grossen Unterschiede, welche nicht nur zwischen Gemeinden, sondern teilweise auch von Schulzimmer zu Schulzimmer herrschen, werden durch eine kantonale Strategie wesentlich verbessert», schreibt die FDP. Die vielen Erfahrungen aus den letzten Wochen seien dabei hilfreich und wertvoll. (eva)

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